Manchmal verstehe ich nicht, warum ich stundenlang ein Angstgefühl verspüre und dieses sich meist steigert und sich in einer Panikattacke entlädt. In diesen Momenten will ich nur das es aufhört und stelle dafür alle Möglichen Dinge an wie z.b. Beruhigungsmittel, malen, spazieren etc. Da ich zur Zeit bestimmt mehr als 10 Panikattacken am Tag erlebe, ist das sehr Kräftezehrend. Die Angst ist fast ständig da, und ich versuche die wenigen Momente des Klar Seins zu nutzen, darüber zu schreiben und nachzudenken. Woher kommt die Panik? Eigentlich ist es ganz einfach. Angst wird durch inneren Stress ausgelöst. Die Angst wiederum macht mir Angst und eine Panikattacke wird ausgelöst. Hinter der Panik kann sehr viel stecken z.b. Traurigkeit, Wut, Schuldgefühle, unverarbeiete Erlebnisse, druck von aussen. Je nachdem was für eine Kindheit wir erleben durften, hat man von Grund auf schon einen hohen Stresspegel. All dies sind Dinge die sich aufstauen und diesen noch erhöhen. Bei mir liegt die Schwierigkeit im verarbeiten dieser Dinge und des Verhaltens im Alltag. Mein Stresspegel ist ständig enorm groß. Wichtig ist das rauslassen und verarbeiten. Ausserdem muss man sein Verhalten lernen zu ändern. Ich weiß um die meisten Dinge die ich falsch angehe und doch ist es so schwer zu ändern. Achtsam mit sich selbst sein ist einer der wichtigsten Schritte. Ich hoffe das ich dies in der stationären Verhaltenstherapie lernen kann. Bis dahin versuche ich Sachen zu machen die mich beruhigen. Alles hört sich in der Theorie so einfach an. In der Praxis ist der Weg sehr schwer und steinig.





sockensue am 09.Apr 16  |  Permalink
Hallo
was macht dir denn im speziellen Angst, das du diese Angst- und Panikattacken bekommst?
Klar lernst du in der Verhaltenstherapie wie du mit umgehen kannst. Du lernst, deinen Anspannungslevel 0-100 einzuschätzen und das man bis zu einem gewissen Wert 95 etwa die Möglichkeit hat diese Impulse umzulenken. Steigt der Wert höher als 95 ist der "Zug" meist abgefahren und es kommt zur Attacke oder zum Selbstverletztenden Verhalten.

Ängste sind vielfältig und je eher du selbst erkennst, was dich im einzelnen ängstigst, kannst du durch Skills entsprechend gegen halten. Das ist am Anfang schwierig, weil man quasi im dunkeln steht.. dennoch es lohnt sich durchzuhalten und Rückschritte auszuhalten.. irgendwann hat man selbst den Dreh raus und weiß wie man sich abfangen kann.

Darüberhinaus bekommst du ein "dickes" Buch aus einzelnen Seiten.. Skilltraining nennen es die einen.. es sind kopierte Blätter in denen unterschiedliche Emotionen erklärt wird, was dahinter steckt, wie sie sich anfühlen und wie man den Emotionen entgegen wirken kann. Entgegen gesetztes Handeln und Denken. ;)

Habe das alles bereits hinter mir.. weiß also wovon ich spreche.. daher.. gib nicht auf.. versuch das beste aus dem zu machen, was du zustande bringst und versuche Achtsam mit dir selbst zu sein.. denk immer dran, du bist nicht die Emotion, du hast nur die Emotion.

lg Sockensue

torny am 09.Apr 16  |  Permalink
Hallo

vielen Dank für Deinen Beitrag. Dies ist nun das 3. mal, dass ich so tief in einer Panikstörung und Depression drin bin. Ich weiss, dass es die ersten beiden Male sehr schwer war wieder Herauszufinden. Beim 1. Mal war ich 16 und beim 2. 27. Seit dem 2. Mal nehme ich durchgehend Antidepressiva. Wir wollten unseren großen Kinderwunsch endlich in die Tat umsetzen, und ich wurde auf anderes Antidepressiva eingestellt. Dann eine kleine op und zack war ich wach, war ich direkt im 3. Absturz. Ich hatte panische Angst, dass bei der op etwas schief gelaufen ist, weil ich so viel Schwindel hatte. War in der Notaufnahme aber alles ok. Seit dem ist diese intensive Angst da, dass ich etwas krankhaftes habe, gleich umfalle oder verrückt werde. Mein Körper wird genaustens von mir beobachtet, was ich gar nicht will. Ja und nun ist die Angst vor der Angst dazu gekommen. Ich werde morgens schon wach und denke, hoffentlich kommt die Angst nicht. Mein ganzer Körper schmerzt dann, dieses Gefühl ist so schrecklich. Ich laufe stundenlang mit Panik herum, bis sich ein Ventil öffnet und ich dann stundenlang weine. Ich weiss, dass ich viel ungelöste Traurigkeit, Verzweiflung und Wut in mir habe. Anfang Januar war noch alles gut wir freuten uns auf ein Baby. Und jetzt das damit zurechtkommen, dass es wohl nie so sein wird. Ich Danke dir für deinen Bericht. Er hat mich heute ein wenig aus der Angst herausgeholt.

LG Torny be

sockensue am 09.Apr 16  |  Permalink
Hi Torny be
was waren denn das für Situationen in denen du deine Panikattacken gehabt hast? Haben die einen gemeinsamen Nenner oder sind sie unterschiedlich?

Schwindel nach einer OP ist normal.. der Körper braucht paar Stunden bis er die Narkose abgebaut hat.

Hm.. wenn du stundenlang herum läufst und dein Kopfkino an ist.. kannst du vielleicht draußen rum laufen? einfach um den Block.. dann wieder rein.. und wenn der Gedankenkreisel wieder beginnt, nochmal ne Runde raus. Frische Luft und körperliche Betättigung tuen richtig gut um den Stresslevel runter zu bekommen.
Du merkst ja selbst wann du in deine "weinerliche" Phase kommst.

Im Übrigen.. wegen Babywunsch und so.. du kannst auch ohne Kind im Bauch dich schon mal in die Materie einlesen ;) Je mehr du weißt, was auf dich bzw. euch zu kommt, desto weniger Angst kann sich breit machen.

lg Sue

torny am 10.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

die Panikattacken kamen meistens, als ich in einer Beziehung steckte. Ich habe sehr große Verlustängste, stoße den Menschen den ich liebe aber von mir weg. Ich kann nicht mit und auch nicht ohne:-(. Ich habe einen sehr geduldigen Freund. Wir haben auch schon 2 Trennungen hinter uns, die jedesmal von mir ausgingen. Ich dachte immer ich liebe ihn nicht genug, weil es so erdrückend für mich ist, wenn er da ist. Aber so ist es nicht. Ich war 2014 in einer psychosomatisch psychoanalytischen Tagesklinik und da sind mir die Zusammenhänge etwas klarer geworden. Nur damit umgehen, dass habe ich bis heute nicht richtig umsetzen können, obwohl ich schon 3 ambulante Verhaltenstherapien gemacht habe. Ich habe Muster aus der Kindheit entwickelt, die ich nun mit in Beziehungen nehme. Ich versuche es allen recht zu machen, damit ich sie nicht verliere. Übergehe mich und kann meine eigenen Grenzen nicht sehen, und überschreite sie sehr oft.
Ich habe jetzt letztens in der schlimmen Phase versucht rauszugehen, aber die Ängste waren so schlimm, dass ich Angst hatte zu laufen. Ich weiß ich müsste stärker sein, versuchen mehr meinen Verstand einzuschalten, aber ich fühle mich in diesen Momenten so kraftlos. Den Babywunsch bin ich im Moment am aufgeben. Ich glaube nicht mehr, dass ich einem so kleinen Wesen gerecht werden kann. Eine Schwangerschaft ohne Antidepressiva zu überstehen halte ich im moment für nicht möglich. Ich bin jetzt mittlerweile fast 39 und irgendwann ist der Zeitpunkt auch einfach vorbei. Darf ich fragen was du für Ängste hattest?

Lg Torny be

sockensue am 10.Apr 16  |  Permalink
Hallo
Sag doch sowas nicht.. man liest doch alle Nase lang von älteren ersten Müttern. Das ist doch heute möglich. Wer weiß, vielleicht klappt es, wenn du gar nicht mehr dran denkst.
Immer locker bleiben. Was kommen muss, wird kommen.
Ich hatte früher panische Ängste vor Zahnärzten und habe sie inzwischen soweit kuriert, das ich fast tiefenentspannt auf dem Stuhl sitzen kann, während der Doc seine Arbeit erfüllt.
Ja ich weiß, das ist sicher kein Vergleich zu deinen Ängsten.. ich habe noch eine andere Angst an der ich gerade arbeite.. lähmende Angst Menschen an mich heran zu lassen.. und Angst vor unbekannten Situationen. Fordert mich echt, mir da einen Weg der funktioniert zu finden.
Es lohnt sich aber auch.. ich habe letztes Jahr meine lähmende Angst überwunden und könnte nun reagieren, wenn ein bestimmter Mensch bei mir schellte. Da ist im Prinzip auch nix angsteinflößendes dabei, weshalb man sich anstellen müsste. Habe das auch irgendwann eingesehen.
Was mir bei hilft mit meinen Ängsten einen sinnvollen Umgang zu finden ist mich zu entspannen.. mir hilft zb. Musik aufdrehen oder PC-Games zocken.

Also in schlimmen Phasen würde ich es auch nicht schaffen, meine Hemmschwelle zu überschreiten.. wichtig finde ich, das man Zwischenschritte einplant.. also wenn du merkst.."oh es geht wieder in die Richtung, die kreisenden Gedanken tauchen auf, der Körper wird gescannt".. das man nicht erst wartet, bis das erlernte "negative" überhand nimmt.. sondern vorher schon ideen sammelt womit man sich ablenken könnte. wenn draußen rumlaufen nix für dich in diesem moment ist, dann vielleicht beruhigende atemübungen, deine hände beschäftigen.. oder gelenkte aufmerksamkeit auf ein suchbild oder ähnliches. du wirst selbst merken, was dir etwas bringt, und was nicht.

Sag mal, deine Muster aus deiner Kindheit.. hatten die etwas mit deinem Umfeld, vielleicht übervorsichtigen Eltern zu tun?
Ich kenne da ein gutes Buch, das mir sehr half meine Problemstellen in meiner Wachstumsphase zu erkennen und an ihnen mit ihnen zu arbeiten. Das Buch ist von Susan Forward "Vergiftete Kindheit - elterliche Macht und ihre Folgen".

lg Sue

torny am 11.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue

da hast du ja schon einiges geschafft. Finde ich toll!! Warst du auch stationär in der Psychosomatik? Ich finde es so unheimlich schwierig, die negativen Gedanken aus dem Kopf zu bekommen. Gestern waren wir unterwegs, den ganzen Tag hat mich die Angst begleitet, aber ich dachte immer an Deine Worte: Du bist nicht die Emotion, du hast die Emotion. Es wahr sehr anstrengend, nicht in diese große Panik zu geraten. Am abend war ich fix und fertig, aber habe den Tag weitestgehend gut überstanden. Die Angst ist wirklich Verstandsmäßig sehr unlogisch oder? So wie bei dir, wenn jemand schellt und die Angst ausbricht. Mein Freund sagt immer, es ist doch jetzt gar nichts warum hast du Angst. Ja wie soll ich ihm das erklären.... Das mit dem heranlassen von Menschen kann ich gut nachvollziehen. Ich denke, dass sich da bei dir auch eine gewisse Verlustangst zeigt oder? Ich habe soo lange gebraucht um zu begreifen, dass ich so sehr Angst habe zu verlieren, dass ich eine unüberwindbare Mauer meinem Partner gegeüber aufbaue.
Meine Kindheit war nicht schön. Meine Eltern liessen sich scheiden, da war ich 3. Seit dem 12. Lebensjahr habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem Vater. Ich habe es noch 2 oder 3 mal probiert Kontakt aufzunehmen, aber es kam nie Interesse zurück. Seine neue Frau war schon schwanger, als er noch bei uns lebte. Irgendwann habe ich es aufgegeben mich um seine Aufmerksamkeit zu bemühen. Meine Mutter hat neu geheiratet, da war ich ca. 7. Dieser Mann war Alkoholiker und war unter Alkohol sehr cholerisch und aggressiv. Er hat uns nie geschlagen, aber sein Schreien und Sachen zerstören hat mich jahrelang verängstigt. Ich habe mich nicht mal auf die Toilette getraut, wenn er aus der Kneipe zurück war. Das ging über 10 Jahre so. Meine Mutter konnte diese Ängste nicht verstehen. Ich würde mich anstellen und sollte aufhören zu weinen. Sie hat mir nie liebe gezeigt. Sie hat weder an Elternsprechtagen in der Schule teilgenommen, noch hat sie mir irgendwelche Anerkennung gezeigt oder froh sein das es mich gibt. Umarmungen und Herzlichkeit gab es bei uns nicht. Ich habe nie eine Geburtstagsfeier mit Freunden bei uns zu Hause erleben dürfen. Ich kam mir immer anders vor, weil es bei Freunden zu Hause ganz anders war. Heute weiss ich das sie überfordert war mit 4 Kindern und einem alkoholabhängigen Mann. Ausserdem ist sie ebenso groß geworden. Mit viel Strenge und ohne Liebe. Ich mache ihr keinen Vorwurf daraus. Ich bin heute für mein Leben verantwortlich. Ich bin kein kleines Kind mehr, dass sich nicht wehren kann und machtlos dem Stiefvater gegenüber steht. Trotzdem weine ich heute noch über diese schlimme Zeit. Heute haben meine Mutter und ich ein sehr gutes Verhältnis und sie ist mir die nächste Person. Weisst du woher deine Ängste kommen?
Ich werde mir das Buch mal anschauen, welches du mir da genannt hast. Werde jetzt gleich mal versuchen raus zu gehen. An der Talsperre walken.

Lg Torny be

sockensue am 11.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
super, das du den Tag gestern weitgehend ohne Angst aushalten konntest. Freut mich echt, wenn ich dir helfen kann.
Nein Stationiär war ich nicht, ich war nur einmal kurz Stationär zur Krisenintervention. Aber Therapie kann man das nicht nennen. Ich habe ambulate Verhaltenstherapie (DBT) und Skilltraining hinter mir.
Oh man da hattest du echt eine schlimme Kindheit gehabt. Deine Geschichte kommt mir in Teilen bekannt vor. In Ähnlichen Verhältnissen, aber ohne Scheidung zwischen durch musste meine Mutter aufwachsen. Gleiches Bild tyrannischer Alki-Vater, Mutter und 4 Kinder.. und meine Mutter war die älteste, die am meisten abbekam.
Sie arbeitete ihre ungelösten Konflikte gar nicht erst auf, sondern zog aus, heiratete und bekam selbst 2 Kinder.
Mein Bruder ist ihr "Goldkind" seit ich denken kann und mich stempelte sie zum "schwachen Sündenbock" ab.
Meine Kindheit bestand aus Fassade erhalten, sie war emotionskalt. Wenn man eine intakte Familie darüber definiert, das ich 2 Elternteile hatte, die körperlich anwesend waren.. dann kann man das so nennen. Für mich persönlich war es nix und das zeigte ich auch, ich war ein schwieriges Kind und orientierte mich an meinem Opa. Das störte meine Eltern immer und sie gaben mir noch mehr irrationale Schuld.
Erst als mein Opa starb brach bei mir meine Erkrankung Borderline endgültig durch und mit ihr alles andere, was ich bis dahin überlebt hatte. Ein Trauma im Grundschulalter durch einen Schwager, einmal Mobbing durch Mitschüler initiiert durch die damals "beste" Freundin.. und noch nen paar andere Sachen. Ich war damals ziemlich instabil, bin in eine Klinik gegangen, während des Aufenthalts machte mein Freund mit mir Schluss.. und stalkte mich im Anschluss über 3 Jahre hinweg. Das Stalking hat ziemlich viel kaputt gemacht, aber seit es vorbei ist, geht es mir Stück für Stück besser.
Nach und nach arbeite ich das alles auf.. rücke Erinnerungen ins richtige Licht.. vieles was in der Kindheit passiert, schätzen Kinder anders ein als Erwachsene es tun würden. Deshalb es ist so wichtig, das man sich alte Erinnerungen ansieht und sie mit dem Erwachsenen Ich neu bewertet.
Und sich selbst genug Pausen und Auszeiten gönnt, mit dem aufgearbeiteten klar zu kommen.

lg Sue

torny am 11.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

da gibt es wirklich parallelen zu meiner Vergangenheit. Es musste schwer sein, nie an erster Stelle zu stehen. Aber sehr schön, dass du dich an einem anderem Erwachsenen, deinem Opa orientieren konntest. Die Schulzeit war für mich ebenfalls nicht so besonders toll. Ich wurde viel gehänselt, wurde in Gruppen meist nur geduldet. Mit 16 kam dann eine Wende. Ich hatte meinen ersten Freund und unser Freundeskreis war sehr schön. Ja und da der 1. Absturz. Borderline stelle ich mir auch ziemlich schlimm vor. Ich hoffe das hat sich bei dir gebessert? Mein Neurologe meint das ich Ansetze dazu hätte, aber um ehrlich zu sein, weiß ich manchmal gar nicht, was ich da mit mir rumtrage. Panikstörung, Depression, instabile Persönlichkeit, ängstliche Persönlichkeitsstörung, gerneralisierte Angststörung....all dies diagnostiziert, und doch fällt es mir immer schwer den Zusammenhang in den ganzen Krankheiten zu finden.

Das Stalking war über einen so langen Zeitraum bestimmt sehr schlimm. Auch ich hatte einen Ex-Freund, der mich über 3 Monate nach der Trennung stalkte und schon das war der Horror. Was musst du da mitgemacht haben. Ich kann immer noch nicht so ganz begreifen, was die Menschen dazu bewegt, so etwas zu tun. Aber auch dies hat ja irgendeinen krankhaften Hintergrund. Mein Ex Freund hat sich damals Hilfe geholt, da das Stalking schon in der Beziehung anfing. Er ist mir ständig hinterher gefahren, Nachrichten heimlich gelesen, Spionageprogramm auf PC usw. du wirst es ja am besten kennen. Ich habe diesen Menschen sehr geliebt. Aber ich musste mich trennen, weil er mich noch mehr kaputt gemacht hätte. Nach seiner Therapie wurde es etwas besser, aber er ist wieder in alte Muster gefallen. War auch eine schlimme Zeit. In dieser Zeit erlebte ich meinen 2. Absturz.

Heute wurde die Angst wieder extrem stark. Es hat sehr lange gedauert, bis ich ein bisschen ruhiger wurde. Es legt sich wirklich auf einen, wie eine Tonne Blei. Weisst du manchmal stürzt mich das in eine echte Verzweifelung. Ich habe so oft das Gefühl, dass ich keine Kraft mehr habe dagegen anzugehen. Es ist so schwer sich da rauszuholen. Ich finde es total toll, dass du es ambulant geschafft hast, so sehr an dir zu arbeiten. Von Skilltraining habe ich vorher nie gehört. Ich hatte immer das Gefühl ich komme mit meiner Therapeutin nicht weiter. Wahrscheinlich lag es viel an mir, dass ich es nicht richtig aufnehmen konnte. Was du geschrieben hat, sich Pausen und Auszeiten zu gönnen um mit dem aufgearbeiteten klar zu kommen, ich frage mich immer wie man so etwas richtig aufarbeiten kann? Sind es Gespräche mit jemand, oder das niederschreiben oder das Denken daran? Genauso Begriffe wie loslassen lernen, dass ist für mich immer sehr schwierig zu begreifen und umzusetzen. Mir fehlen die Gespräche mit einem Therapeuten sehr. Ich habe noch bis März 2017 Therapie Sperre, weil die 2 Jahre noch nicht rum sind. Ich hoffe das die Krankenkasse die stationäre Therapie bewilligt.

Vlg Torny be

sockensue am 12.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
Du Glückliche, bald hast du keine Therapiesperre mehr, ich habe noch knapp 2 Jahre vor mir. Meine alte Thera bot mir an, wenn es bei mir brennt, könnte ich wieder kommen, also wenn sie ne Stunde frei hätte.
Ist das bei dir anders?
So weit ich weiß, werden diese Freistunden anders abgerechnet, aber möglich ist es. Zumindest in Hessen.
Drück Dir die Daumen, das deine Therapie bewilligt wird.

Psychoanalyse Therapie hatte ich ganz zu beginn angefangen, mein Thera damals relativerte mir zuviel. Es brachte mir gar nix. Jedesmal wenn ich krasse Selbsthass-Ideen hatte, fing er an "ja alle Frauen haben das.. das ist normal.."
ging gar nicht. bin gewechselt und damit wurde es für mich besser.
Borderline ist am Anfang krass, stimmt.. aber dann gewöhnt man sich daran.. ändern kannste es eh nicht und mir hilft es wenn das Kind einen Namen hat.
Egal was du hast, versuch drüber zu stehen.. ist wie bei Emotionen.. du hast sie, du bist sie nicht.. und bei Diagnosen ists genauso.. du hast Diagnose xy, aber du bist nicht die Diagnose xy.

Ich erinnere mich nicht mehr so genau an das Stalking, es war heftig das stimmt. Der Typ hatte nen Vogel, stimmt auch. Zum Glück aber bin ich mit einem Sturkopf gesegnet und das, glaube ich, half mir dabei.. durch zu halten. Auch wenn ich mich an komische Episoden erinnere. Der Ex beobachtete mich meist nur, oder machte nachts Telefonterror.. aber ins Haus oder an meine Wohnungstüre kam er nicht. Dazu fehlte ihm der Mut, wofür ich sehr dankbar bin.

Gehänselt wurde ich in der Schule auch. Ich war und bin ein Sensibelchen, das ich ein Trauma hatte, davon wussten die anderen nichts. Selbst heute noch werde ich von früheren Mitschülern gefragt, ob die Tatsache, das ich gehänselt wurde etwas mit meinem Trauma zu tun hätten. Ich verneine das immer, weil nix was Kinder mir an den Kopf werfen konnten, hätte ein Trauma ausgelöst. Ängste und Unsicherheit vielleicht.. aber ein Trauma ist eine ganz andere Kategorie.

Hilft es dir, wenn du über Angst liest? Über die evolutionäre Bedeutung von Angst haben und ängstlich sein? Wann das gerechtfertigt und angemessen ist zb.
Ich lese viel, wenn ich bei einer Sache nicht weiter komme, fange ich an zu googeln.. wie letztens.. da wollte ich nach individuellen Lösungswegen gebrochener Männerherzen googlen und kam raus bei einem spannenden Thema "Väter in der Eltern-Kind-Beziehung". Das zog mir zwar fast den Boden unter den Füßen weg, weil ich es so nie hatte.. aber.. man lernt ja nie aus.

Naja ich bin Stur.. mein Motto lautet "wo ein Sturkopf da ein Weg" ;)
Irgendwie geht es immer weiter.. naja.. ich mache die Aufarbeitung meist so.. ich höre alten Erinnerungen zu, schaue mir die Emotionen an, gebe diesen alten Emotionen Raum - meist wurden sie unterdrückt, manchmal ists auch nen Knäul das man zuerst aufdröseln muss - dann Emotionen bauen sich auf, schwellen auch wieder ab.. und dann kann man schauen zb. mit dem Skillordner, dem Kapitel Umgang mit Gefühlen - ob diese alten Emotionen gerechtfertig und in ihrer Intensität angemessen der Situation entsprachen.
Man kann sich aber auch den "Konfliktpartner" vorstellen und ihm verbal alles an den Kopf knallen, das man ihm real nicht sagen kann - ich sage dir das befreit.. und bringt Distanz zwischen dir und dem was dich belastet.

Ich mache das sehr oft bei meiner Mutter, die hat sich real dazu entschieden vorzugeben alles aus meiner Wachstumsphase "vergessen" zu haben.. es ist ein Schutzmechanismus, Kritikfähig ist sie einfach nicht.. und da hilft mir das Visualisieren.. und wenn ich ihr dann meinen ganzen Frust über ihre scheiß Erziehungsmethoden vor die Füße knalle.. bekomm ich einfach ein bisschen Distanz rein.. und kann ihre "Schuld" und ihre "Fehler" zu ihr und von mir weg schieben.

Genau niederschreiben kannst du natürlich auch. du kannst die Ängste, die dich belasten nieder schreiben, den/die Zettel dann wegpacken und später wenn du stabiler bist, wieder vornehmen und dir deine "alten" Ängste ansehen.

Loslassen kann ich gar nicht.. damit tue ich mich genauso schwer.. hm.. ich mache das anders.. ich lasse vergangene Dinge in der Vergangenheit und konzentriere mich auf positive, angenehme Sachen, Menschen und Ereignisse im Hier&Jetzt.
Das Mädel, das mich durch andere mobben ließ zb.. ich muss sie nicht verstehen und auch nicht verstehen wollen, was sie zu dieser abscheulichen Tat trieb.. aber es reicht völlig aus, sie aus meinem Leben zu streichen. Leben und leben lassen.

Mein Opa sagte immer, nimm die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht. Er hatte Recht.. ich habe diesen Satz noch ergänzt.. mit allem muss ich mich auch nicht abgeben ;)

lg Sue

torny am 12.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

stecke gerade wieder in einer tiefen Panik. Vielleicht hilft das schreiben ja und es wird gleich besser. Die Angst war den ganzen Tag schon da. Ich musste heute zum Neurologen, der ist so 25 km von mir entfernt, und fahren ist für mich immer mit Angst verbunden. Den Grund dafür habe ich bis heute nicht gefunden. Hatte nie einen schlimmen Unfall oder sonstiges. Dann war ich noch bei meiner Mutter, die auch in diesem Ort wohnt, da wurde es ein bisschen besser, aber kurz bevor ich gefahren bin, fing das zittern schon an. Musste dann ein paar Mal anhalten. Mein Herz klopft immer noch wie verrückt, Schwindel und zittern. Habe es irgendwie nicht geschafft, die Panikattacken noch abzuwenden. Jetzt bin ich erst mal wieder in diesem schlimmen Loch in dem man nur grau sieht und das innere tobt wie ein Orkan. Ich hasse es mittlerweile so sehr. 3 Monate geht das nun schon so. Und dabei soll man es eigentlich annehmen und als Teil seines selbst sehen.

Oh man 2 Jahre warten noch für dich?? Das ist sehr lang. Meine Therapeutin hat mir dies nicht angeboten. Ich weiss auch nicht ob es in NRW so etwas gibt?! Aber ich hatte sowieso das Gefühl, dass sie mich loswerden wollte. Kann sein das ich mich da täusche. Aber sie meinte mein Bedarf wäre gedeckt, ich würde jetzt schon klar kommen. Und falls es wieder schlimm wird, gäbe es ja auch Kliniken, in die ich gehen könnte. Ich glaube, dass sie sich dachte, das wir nicht weiterkommen. Ich habe mich irgendwie abgeschoben gefühlt. Aber das kann auch einfach nur mein Gefühl sein und muss nicht den Tatsachen entsprechen.

An was für einen Therapeuten bist du denn da geraten damals! Sachen gibt es! Da wäre ich auch nicht geblieben. Man sucht Hilfe ist Verzweifelt und bekommt so etwas zu hören. Über Angst und Depression zu lesen hilft manchmal. Wenn ich zu tief drin stecke, dann geht es nicht, da sich dann mehr Panik aufbaut. In ruhigeren Phasen finde ich es sehr interessant, darüber zu lesen, auch wie andere damit umgehen oder umgegangen sind als es akut ist / war. Letztes Mal habe ich ein interessantes Buch über Angst gelesen. Was sie im Körper auslöst und wie man ihr die Macht nehmen kann. Wenn es nur nicht so schwer wäre....Natürlich weiss ich, die Panikattacke löst jetzt das und das aus, aber das Gefühl lässt einen nicht mehr realistisch denken. Da sind dann wieder Gedanken wie: ich sehe so komisch, ich werde bestimmt blind, oder: das geht jetzt schon stunden so, ich werde verrückt.

Mein Ex stand damals sogar bei mir nachts in der Wohnung und hat mir Blumen aufs Bett gelegt. Und ich hatte geschlafen und nix gemerkt! Er hatte die Schlüssel heimlich nachmachen lassen. Und als ich die Schlösser austauschen liess, ist er nachts um die Wohnung geschlichen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause fuhr, stand er irgendwo an der ecke. Das war echt nicht schön!

Es ist gut das du so Stur bist. Ich glaube ohne diese Sturheit, wärst du vielleicht nicht soweit. Ich bin froh, was eigentlich nicht gut ist, aber das das ich meine eigenen Grenzen oft überschreite. Ich glaube hätte ich das nicht, ich würde nicht mehr vor die Tür gehen. In dieser Tiefen Angst, muss ich ständig meine Grenzen überschreiten. Aber ich denke das sind dann eher gesunde Grenzen oder?

So versuche ich den Weg auch. Was vergangen ist ist vergangen und versuche im hier und jetzt zu bleiben. Aber auch da gibt es Rückschritte. Manchmal kommen diese Dinge dann doch wieder hoch z.b. sich in einem Menschen getäuscht zu haben und enttäuscht worden zu sein. Ich versuche dann immer, eine Antwort darauf zu finden, aber irgendwann sehe ich dann ein, dass es die wohl nicht gibt.

Danke fürs Daumen Drücken!

Lg Torny be

sockensue am 13.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be,
klar mache ich gerne.. Daumen drücken, Menschen aufbauen.. und selbst schauen wo es weiter gehen könnte. Flashbacks habe ich auch.. ich wende dann radikale Akzeptanz an.. "Die Situation ist wie sie ist, sie kann anders nicht sein, sonst wäre sie anders" - statt Antworten auf unmögliches Verhalten anderer Menschen zu suchen und sie nicht zu finden.. kannst du dich auch gleich mit der damaligen Situation abfinden.. sie war wie sie war.. der Mensch tat aus dir unbekannten Gründen, was er tat.. und Punkt.
Du kannst dir den Kopf zerbrechen bei der Frage Warum? oder das Vergangene Geschehene "abharken". Ändern oder deine Reaktion damals verändern wirste nicht hinbekommen. Das ist wie schon erwähnt Vergangenheit, keine Gegenwart oder zukünftiges Verhalten.

Ist dieser Mensch noch in deinem Umfeld?

Wie ist denn das, wenn du deine Grenzen überschreitest.. schadest du dir damit selbst oder erweitern sich deine Grenzen mit jedem Schritt, den du quasi über die Linie gehst?
Oder bleiben sie, wie sie waren.. ?

Ja ja.. ohne diese Sturheit wäre ich sicherlich nicht soweit und würde vermutlich immer noch den Märchen meiner Eltern glauben.. heile Welt.. naja.. was machst du eigentlich in einer Panik- oder Angstattacke? Rollst du dich in Embryostellung zusammen oder bist du aktiv und läufst deiner Angst von Raum zu Raum vermeintlich davon?
Wie muss ich mir das vorstellen?
Wenn mein inneres Chaos ins Wanken gerät, erlebe ich einen emotionalen Absturz, meist sind überzogene Emotionen drin vertreten.. die mich wie eine Meereswelle.. einfach mit nimmt.. wie ein Blatt im Wasser.. habe ich dann gar keine Möglichkeit gegen zu wirken.. oder die Richtung zu verändern. Dann lieg ich meist in Embryostellung auf Bett oder Couch.. und warte bis die Emotionen vorbei gezogen sind.. und ich meine Stellung verändern kann.. also Arme und Beine aus der Haltung lösen.. oder ich schlafe übers warten müssen bei ein.. dann löst sich das von selbst.

"An was für einen Therapeuten bist du denn da geraten damals!"
Ich war.. fertig.. gerade aus der Klinik draußen.. und dann diese knaller Diagnose und zig Anrufe bei zig Psychotherapeuten, die mir alle absagten, als ich denen meine Diagnose sagte.. der eine sagte zu, traute sich das zu.. und bei einer anderen stand ich auf der Warteliste.. 6 Monate warten.. da habe ich einfach mal probiert.. naja..
Es ist schwierig geeignete Therapeuten zu finden, die sich an jemanden ran trauen, der Borderline hat.. die meisten trauen sich das nicht, wollen nix falsches sagen, haben Horrorvorstellungen im Kopf, wie Bordis sein sollen. Ist mir persönlich nur recht, das Menschen ihre eigenen Grenzen wissen und einhalten.

Gibt auch andere, die meinen, sie könnten alles und doch failen.. und am Ende recht behalten wollen.

Das ist.. gut möglich, das deine alte Thera dich hatte "loswerden wollen".. hattest du denn selbst den Eindruck, das dir die Therapie etwas brachte? Bist du weiter gekommen mit und an deinen Ängsten zu arbeiten - also mit ihr?

Mach dir keinen Kopf.. die 2 Jahre packe ich schon.. habe Hobbys.. und lass mich da eh nicht unterkriegen. Habe für meine Verhaltenstherapie, die abgeschlossene, 4-5 Jahre etwa gebraucht bis ich alle Stunden aufgebraucht hatte. Manchmal war ich auch nur alle 6 Monate einmal bei meiner Thera, damit die Therapie nicht eingestellt wird. Die meiste Zeit habe ich selbst an meinen Sachen gearbeitet und die Thera nur gefragt, wenn ich wo nicht weiter kam oder eine Meinung von einem unbeteiligten Dritten brauchte.

Wow das stelle ich mir ziemlich strange vor.. man wacht auf und da ist Grünzeug neben einem.. nee das geht gar nicht.. haste recht, die Schlösser austauschen zu lassen.. habe ich auch gemacht.. mein Ex gab mir zwar den Schlüssel zurück, aber das war so nen billiges Schloss.. da wäre ich nicht froh geworden.. bei den fixen Ideen die man dabei immer hat.
Seitdem ich ein Sicherheitsschloss habe, bei dem man Schlüssel nur mit Karte nachbestellen kann.. fühle ich mich sicherer.. zumal die Karte gar nicht in dieser Wohnung vorhanden ist.
und dort wo sie liegt, kommt man nicht auf die idee, das es meine ist.. gute lösung.

zu deiner angst
" 25 km von mir entfernt, und fahren ist für mich immer mit Angst verbunden. "
liegt das an der entfernung oder am doc?

"aber kurz bevor ich gefahren bin, fing das zittern schon an. "
das Kopfkino was passieren könnte, beginnt schon recht früh.. und wenn man dann aufbrechen "muss".. ist es schon auf hochtouren.. sag mal kannst du nicht radio anmachen.. laut und einen song nach dem anderen mitsingen.. oder nen hörbuch anhören? etwas das dich ablenkt, worauf du dich freust.. wieder in dein auto zu steigen und los zu düsen.
Ich finde es super, das du schlau genug bist zwischen durch anzuhalten.. schaffst du es auch in diesen Stops ausm Auto auszusteigen, einmal drum rum zu laufen.. und dann weiter zu fahren? Frische luft und bewegung tun einfach gut. ;)

"dabei soll man es eigentlich annehmen und als Teil seines selbst sehen. "
setz dich damit nicht selbst unter druck.. das erste was du jetzt brauchst sind strategien, wie du deine ängste frühzeitig ablenken und umleiten kannst.. und dann brauchst du welche, die dir bei helfen.. wenn sie da sind und bleiben wollen.. eine Skill-Liste nennt man es.. unblutige, nicht selbstschädigende Methoden Stress abzuwenden und runter zu schrauben.
Das "sich selbst annehmen" kommt erst viel später.. bzw. geht das später einfacher. Sorg du heute erst einmal für einen besseren und stabileren Stand.

lg Sue

torny am 13.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

ich danke dir wirklich, dass du mir andere gedankliche Wege zeigst. Natürlich musste das gestern mit dem Auto fahren schief gehen. Ich war den ganzen Tag schon sehr angespannt und ängstlich. Ich habe mir schon Stunden vorher gedacht, wie soll ich gleich nach Hause kommen. Vielleicht hätte ich noch einen Spaziergang machen sollen, oder ähnliches, damit der Stresspegel etwas sinken kann. Die Panik beim Auto fahren ist nicht an einen bestimmten Ort oder Termin gebunden. In der Panikattacke, denke ich dabei immer, du verlierst die Kontrolle, oder du wirst ohnmächtig und verursachst einen Unfall. Ich hatte in der Tagesklinik Fahrtraining. Dort haben wir geübt, dass ich wenn es ganz schlimm wird, stehen bleibe und abwarte bis sich die Angst etwas legt. Ich bin da gestern wohl wieder mit der Brechstange dran gegangen, so in dem Sinne von: Ich habe jetzt angehalten, jetzt muss die Angst doch aufhören. Ich bin sitzen geblieben und habe das Herzrasen kaum ausgehalten. Ich hätte wirklich mal aussteigen sollen, ein Stück laufen, mal tief Luft holen oder so. Ich bin von Natur aus ein stressiger Mensch. Arzttermine, Besuche von Freunden, Besuche bei Freunden versetzen mich meist schon in große Aufregung. Die Arbeit ist dadurch sehr stressig für mich, weil ich auch viel mit anderen Reden muss. Ich stehe da eigentlich meistens 8 Stunden unter Druck. Ich bin ziemlich perfektionistisch. Bei der Arbeit am liebsten alles 110% fertige machen, alles zig mal durchlesen, korrigieren etc., ich beschäftige mich mit Dingen sehr lange, bis Sie funktionieren, auch wenn ich mich damit überfordere. Ich weiss meist nicht was ich will, lasse mich dann mitziehen um andere zufrieden zu machen, und bin selbst unzufrieden damit. Das sind so Grenzen die ich oft überschreite. Ich weiss ich muss da an meinem Verhalten etwas ändern. Nach der Tagesklinik bin ich ganz schnell wieder in alte Muster gefallen.

Wenn ich in der großen Panik bin, laufe ich herum von Raum zu Raum. Still sitzen ist in solchen Momenten die Hölle für mich. Ich spüre dann zu sehr meine Unruhe und das kann ich kaum aushalten. Gestern habe ich dir ja dann geschrieben, und bin eigentlich ziemlich schnell danach in die Weinphase gekommen und habe dann noch 1 Std mit meinem Freund telefoniert. Ich bin immer froh, wenn die Weinphase kommt, da so ein großer Druck abgebaut wird. Ich glaube durch das rumlaufen pusche ich mich noch ziemlich. Ich sollte wirklich mehr versuchen, mich dann zu beschäftigen, wie z.b. das Schreiben. Diese überzogenen Emotionen kenne ich soo gut. Für mich geht dann immer die Welt unter. Ich denke es wird nie wieder gut, ich muss jetzt immer so leben, keiner kann mir helfen und ich bin so allein damit, ich muss sofort ins Krankenhaus, weil ich es nicht mehr aushalten kann.

Ich hatte das Gefühl das ich mit meiner Therapeutin nicht weiterkomme. Die Tagesklinik hat mir da um einiges mehr geholfen. Vielleicht war es jetzt besser so, wie es gekommen ist, und ich kann mir im März jemand anderes Suchen.

Da hast du die Therapie wirklich gut aufgeteilt. Gute Idee!! Ich würde es heute auch dann eher in längeren Abständen machen wollen. Ich hatte meist wöchentlich Therapie und sie war dann ziemlich schnell vorbei.

Ich finde es so schwierig, dieses ablenken und umleiten. Heute bin ich schon mit einem enormen Stresspegel wach geworden. Ich denke, dass ich Angst habe, wieder schreckliche Angst zu bekommen. Manchmal würde ich mich am liebsten einfach nur betäuben, damit es aufhört. Ich habe jetzt 2 Tage kein Valium genommen. Ich hoffe das die Abstände länger werden und ich es bald nicht mehr brauche.

Ich finde es toll, das du so an dir arbeitest und arbeiten konntest. Ich fühle mich da immer ziemlich hilflos, und mir fehlen dann diese Denkanstösse von aussen, damit ich wieder klarer sehen kann. Deswegen war meine Panik auch so groß, die Klinik zu verlassen und als meine ambulante Therapie zu Ende ging. Ich fühle mich dann immer so verloren mit mir.

lg Torny be

sockensue am 13.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
ach mach dir keinen Kopf wegen gestern.. du kannst dich heute für "strafen" das es gestern nicht klappen wollte.. aba das bringt dir auch nichts.. oder du suchst dir Methoden (Skills), die dir den nächsten Schub erleichtern können. Sei nicht zu hart zu dir.. niemand fällt als Profi vom Himmel und kann sofort alles.
Das wichtigste ist, das du dir selbst Achtsam gegen überstehst und du dir selbst auch nicht "böse" oder "angefressen" in Selbstgeißelung deine "Fehler" oder "Schwächen" ewig vorhälst..
das führt nämlich nur dazu, das du noch mehr Angst vor deinen Ängsten bekommst und das willst du, denke ich, nicht unbedingt.

Deshalb.. nutz jeden "Rückschritt", jede Situation, inder du deine eigene "Anforderung" nicht schaffst, als Übungsszenario.. und überlege dir, wie du die Dinge anders hättest angehen können.
Ich denke, dein anhalten ist gut gelaufen. Das du danach nicht aus gestiegen bist, ist okay.. wenn man Angst hat, kann man kaum klar denken. vielleicht wäre da ein "Schlauer Zettel" ;) angebracht?
So ne Art Checkliste, auf die du draufschaust, wenn du wieder mal irgendwo bist und Angst hast?

Wie gesagt, tricksen ist erlaubt.

Ich kam in meiner Therapie, hatte die im 3-Wochen-Takt, irgendwann an den Punkt wo ich selbst schauen wollte, wie es weiter gehen könnte. Ich hatte damals bemerkt, das die letzten Sitzungen immer nur mit Abgrenzung zu Eltern zu tun hatten.. und damit wollte ich meine Sitzungen nicht verschwenden. Das hatte ich schon einmal früher in einer anderen Therapie, mit einer anderen Therapeutin und brachte mir auch damals nix. Daher.. habe ich die Intervalle reduziert und meine Thera alle paar Monate "nur" auf dem laufenden Gehalten.
War genau das richtige für mich.. das Skilltraining hab ich etwa zur gleichen Zeit auslaufen lassen. Es gab damals einen ähnlichen Grund.. ich wollte mich selbst ausprobieren.

"Ich habe jetzt angehalten, jetzt muss die Angst doch aufhören."
Das ist das Problem.. zu erwarten diese deine Angst sei.. auf dich angewiesen und würde auf dich hören, wie zb. ein Hund auf sein Herrchen hört. Ist falsch. Deine Angst ist irrational, hat sich verselbst ständigt und lähmt dich und dein leben.
Bevor du also mit einer "Waffe" auf deine Angst losgehen kannst - wie in einer Schlacht. Musst du erst einmal deine Angst verstehen, ihr zuhören, Infos sammeln wie sie zu stande kommt, was sie antreibt.. Hintergrundwissen sammeln.. und bis du das sicher und stabil kannst, brauchst du Skills für deinen stabileren Stand.

Sich mit irrationalen Emotionen auseinander zu setzen.. dauert und kostet Kraft. Dazu braucht man auch einige Distanz.. mitten im oder kurz bevor irrationale Emotionen auf- und durchdrehen.. schafft das nicht mal der Beste der Besten, sich durch diese überzogene Emotion zu kämpfen.
Daher.. vergiss die Brechstange.. und such dir einen anderen Weg, wie du besser und angemessener mit umgehen kannst.

Wichtig ist dabei entspannung.. hast du ein Hobby das dir spaß bereitet?

Übrigens.. 20min ein Tier streicheln (mit Fell) baut innere Ängste und Stress ab.

"Heute bin ich schon mit einem enormen Stresspegel wach geworden. Ich denke, dass ich Angst habe, wieder schreckliche Angst zu bekommen. Manchmal würde ich mich am liebsten einfach nur betäuben, damit es aufhört"

Emotionen kann man nicht betäuben.. nicht mit Tabletten, nicht mit Drogen und auch nicht mit Alkohol. Man kann eine gewisse Zeit der Illusion anheimfallen, das es mit Mittel xy "klappt", aber dann bemerkt man das man vielleicht blöderweise Süchtig ist.
Und dann hast du gleich 2 Probleme.. überzogene Emotionen und eine Sucht.

Also du wachst auf und denkst sofort an deine Angst? Ja?
Wieso schaust du nicht ausm Fenster und freust dich zb. über die schöne Aussicht oder das Wetter? Oder du nimmst dir für nach der Arbeit etwas positives vor, das du dir gönnen könntest.. Eis essen vielleicht.. oder ein Kino Besuch.. oder nen schönes Teil shoppen..

"Ich habe jetzt 2 Tage kein Valium genommen. Ich hoffe das die Abstände länger werden und ich es bald nicht mehr brauche."
Super das du weniger Medis nimmst. Fühlst du dich unsicher ohne Medis? Och so ab und an Bedarfsmedis zu haben, die man in Stresssituationen nehmen kann ist okay. Habe ich auch.. meine sind Valdoxan.. mit denen komme ich gut klar. ab und zu sind Medis auch okay und vertretbar.

Kannst du deine Gedanken bezüglich Klinikverlassen und Therapieende genauer beschreiben? Bitte.

Lg Sue

torny am 14.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

mir ging es gestern noch den ganzen Tag sehr schlecht. Ich habe mich total in meinen Gefühlen verloren und hatte einfach keine Kraft mehr dagegen anzugehen. Den Tag hab ich überwiegend weinend verbracht. Irgendwie tat mir innerlich alles weh. Ich habe mich mit meinem Freund dann noch aufgerafft ein wenig laufen zu gehen. Aber mehr ging irgendwie gar nicht mehr. Nehme auch seit gestern wieder Valium, zwar nur sehr wenig, aber ich konnte mich einfach nicht mehr runterholen. Ich denke das die innere Unruhe auch noch mit der Erhöhung meines Antidepressivas zusammen hängt. Ich sollte von 40 Tropfen am Tag auf 80. 2 Tage habe ich es probiert. Ich dachte ich sterbe. Das Herzrasen war sehr schlimm und ich hatte schlimme Angst. Nun bin ich bei 60 Tropfen am Tag seit einer Woche, aber ich denke es dauert noch ein wenig, bis die Nebenwirkungen weniger werden.

Das ist das Problem bei mir. Ich fordere immer sehr viel von mir und bin enttäuscht und wütend, wenn es nicht geht. Ich habe einerseits Angst in dieser Welt nur zu funktionieren, und andererseits treibe ich mich mit meinem Verhalten selbst dahin. Ich war gerade laufen. Bin mit dem Auto selbst hin gefahren. Waren zwar nur ca. 10 Minuten, aber ich sollte mir selbst sagen, dass ich das gut gemacht habe. Einerseits kann ich das anerkennen und freue mich auch, andererseits denke ich, du bist ja noch nicht mal in der Lage vernünftig Auto zu fahren oder einkaufen zu gehen ohne in Panik zu verfallen. Ich weiss das ich an dieser Denkweise arbeiten muss. Mein Selbstwert ist momentan bei null, und ich habe keinerlei Vertrauen mehr in meinen Körper und in meine Seele.

Ich habe 2 Katzen. Schicke gleich mal ein Bild mit. Bin so froh das ich die beiden habe. Und da 20 Minuten Streicheln wohl recht nervig für beide ist, kann ich das ja dann gut in jeweils 10 Minuten aufteilen :-). Ich male auch sehr gerne. Aber seit ich letztes Mal diese schrecklichen Panikattacken beim malen bekommen habe, gehe ich nun mit einem sehr unguten Gefühl daran. Ich verbringe viel Zeit mit Spielen am Tablet, dass lenkt mich auch schon mal ab. Nebenbei schaue ich mir dann irgendwelche Sachen wie z.b. Frauentausch an. Ich merke das ich da ein wenig ruhiger werden kann, weil da reale Personen zu sehen sind. Momentan bin ich ja krank geschrieben. Seit Januar schon. Den Tag zu strukturieren fällt mir schon sehr schwer. Da kommt man sehr leicht in dieses Gedankenkreisen.

Ich weiss das das mit dem Valium nicht das richtige ist. Und jedesmal wenn ich sie nehme, habe ich wahnsinnige Angst süchtig zu werden. Deswegen versuche ich auch achtsam damit umzugehen. Mein Neurologe verschreibt mir auch nicht Unmengen davon, was gut ist. Manchmal wäre es mir am liebsten, ich hätte Tavor hier, einfach um mal ein paar Stunden ruhe in mich rein zu bekommen. Aber natürlich ist das keine Lösung:-(.

Ich glaube, dass ich in der Therapie in eine Art Abhängigkeit verfalle. Ich habe sehr große Probleme mich auf jemand einzulassen, aber umso schwerer fällt es mir los zu lassen. Ich fühle mich dann abgeschoben, allein. In der Tagesklinik herrschte eine Art Geborgenheit, die ich sehr genossen habe. Wir hatten eine tolle Gruppe und es war einer der schönsten Zeiten meines Lebens, auch wenn es schwer war, so sehr an sich zu arbeiten. Ich glaube mir fehlt, wenn ich alleine bin, die Sicherheit. Mein Anhaltspunkt der dann wegfällt, wenn etwas beendet ist.

Lg Torny be

torny am 14.Apr 16  |  Permalink

torny am 14.Apr 16  |  Permalink

sockensue am 14.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
Ei sind die niedlich und die mögen es nicht zu kuscheln? Sehr verwunderlich.. sind das Herren oder Damen?

Rückschritte oder Durchhänger sind nicht schlimm.. hatte ich gestern auch.. musste den großteil vom Tag an verbalaggressive Eltern denken, denen ich früher ausgeliefert war. Ja alte Erinnerungen zuhören, das war nicht ohne - aber irgendwann hatte ich dann den richtigen Sound in der richtigen Lautstärke gefunden, der mir half diese Gedankenkreisel zu unterbrechen.
Bin echt froh, das es diesmal ohne Bedarfsmedi und ohne SVV ging.

Von 40 auf 80 Tropfen innerhalb 2 Tage ist auch happig. Kein Wunder das dein Kreislauf durchdreht.. meiner würde da auch zicken machen. Dein Zwischenschritt mit 60 Tropfen ist okay.. wenn du die Medidosis erhöhen möchtest, dann nicht übereilen. Wenn es jetzt 2-4 Wochen dauert, bis du auf 80 Tropfen am Tag bist, ist auch net schlimm oder verkehrt. Niemand wird dich dafür abstempeln oder mobben.. oder deine Katzen rasieren oder dir sonst was rein würgen. ;)

"Das ist das Problem bei mir. Ich fordere immer sehr viel von mir und bin enttäuscht und wütend, wenn es nicht geht"
Super das du es bereits erkannt hast.. sein Problem zu kennen, ist besser als drum herum zu schleichen und es nicht benennen zu können.
Ja geringes Selbstbewusstsein ist ein Problem.. aber dafür gibt es Lösungen. Als aller erstes, setz dich bitte mit deinem überzogenen inneren Kritiker auseinander. Dazu hier gleich 2 Links http://www.psychotipps.com/selbstvertrauen/innerer-kritiker.html und http://www.zeitzuleben.de/den-inneren-kritiker-zahmen-eine-einfache-methode/

Einen inneren Kritiker haben wir alle Menschen, er ist sozusagen das Gewissen in uns und soll uns davor bewahren das wir sozial ausgeschlossen werden. Manchmal verselbstständigt sich diese Kontrolleinheit, bläßt sich auf, hält sich für das größte rechthaberischste "A-loch" das man sich vorstellen kann.
Die Kunst besteht darin den aufgeplusternden Depp in seine Schranken zu weisen und auf seinen kleinen Platz zurück zu bringen. Wie ein trotziges Kind, das lieber toben will, statt sich müde hin zu legen ;)

Parallel dazu.. ist es von Vorteil sein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu stärken.. du hast Angst beim malen? Warum? Was soll da passieren?
Wenns Gedankenkreisel sind.. die aufkommen können.. wieso legst du dir nicht Musik auf und beginnst dann zu malen? Solange du auch geistig abgelenkt bzw. entspannt bist, können dir Ängste egal sein.
Ich nehme an du arbeitest Sicherheitsorientiert? Wenn du etwa mit nassen Farben malst, wirst du wohl kaum ne laufende Steckdose daneben haben oder?

Ich habe noch nie in der Zeitung gelesen, das jemand durch malen seine Wohnung abgefackelt hat. ;)

"Einerseits kann ich das anerkennen und freue mich auch, andererseits denke ich, du bist ja noch nicht mal in der Lage vernünftig Auto zu fahren oder einkaufen zu gehen ohne in Panik zu verfallen"
merk schon.. Du selbst bist Stolz das du deinen Weg geschafft hast und dein innerer Kritiker kanns nicht ab haben, das du Stolz auf dich bist und möchte deine Leistung herab setzen.

Weniger innerer Kritiker, mehr Du selbst.. sei stolz auf das was du schaffst! Hör nicht auf den mürrischen Onkel, der dir alles madig machen möchte.. lass ihn links liegen.. geb ihm keine Macht über dich und beschäftige dich stattdessen mit Sachen, Menschen und Katzen, die dir etwas bringen.

"Den Tag zu strukturieren fällt mir schon sehr schwer"
da sagste was.. bin seit Jahren zu hause.. und muss mir auch überlegen wie ich meine Tage füllen möchte.. statt mir jeden Tag ein Pensum vorzunehmen, das ich eh nicht schaffen würde.
Bin ich zu übergegangen mir zu überlegen was ich wann die Woche machen könnte.. wann muss ich die Schweine misten.. wann kann ich in den Park.. wann geh ich einkaufen.. wie verbringe ich meine Nachmittage?
Wenn man sich jeden Tag eins davon vornimmt und es in einer gewissen regelmäßigkeit wiederholt.. spielen sich langsam gewohnheiten ein.. die man weiter verfolgen könnte oder man könnte sie auch verändern, wenn man merkt das es nicht passt.
Also stress dich nicht, such dir ein Tagesziel aus.. und mach das und wenn du merkst, heute brauch ich ne Pause.. mir gehts nicht so gut.. ist auch das okay.. regelmäßige Auszeiten verlängern das Leben und heben die Stimmung. Bei diesen Auszeiten aba auch kleinigkeiten innerhalb der Wohnung machen.. zb. nicht das du dann wieder in Grübelleien und Ängsten verfällst. Schritt für Schritt.. Stück für Stück.. ein Schritt nach dem anderen.. dann läuft das schon. Versprochen.

Ich weiß nicht wie süchtig Valium macht, was verrät dir der Beipackzettel? Wenn man regelmäßig Medis nimmt, dann gewöhnt sich der Körper an die Dosis und den Wirkstoff und wird "abhängig". Aber man bekommt nicht diesen psych. Suchtdruck wie bei illegalen Drogen oder Alk, diesen Drang sofort neuen "Stoff" besorgen zu müssen egal wie.
Bei Tavor habe ich von diesem psych. Druck bereits gehört.. deshalb, wenn du mit Valium klar kommst.. rein Nebenwirkungstechnik her.. dann ist es doch okay und vertretbar. Es bedeutet nicht das du bis in alle ewigkeit Psychopharmaka nehmen musst. Und im Vertrauen, als ich am Beginn von Borderline auch mit irrationalen Ängsten zu tun hatte, habe ich auch Psychopharmaka regelmäßig eingenommen. Ich schlief damals nur 4 Stunden pro Tag.. da hatte ich selbst die Wahl.. schlafen können oder keine Medis..

"Ich glaube, dass ich in der Therapie in eine Art Abhängigkeit verfalle. Ich habe sehr große Probleme mich auf jemand einzulassen, aber umso schwerer fällt es mir los zu lassen. Ich fühle mich dann abgeschoben, allein."
Dir ist bewusst das Therapeuten vielen Menschen zuhören und sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen?
Wie eine Kassiererin an der Kasse, die sich Zeit für dich und deinen Einkauf nimmt, dich abkassiert, vielleicht ein nettes Wort für dich hat.. und sich dann an den nächsten wendet.
Dabei liegt es nicht an dir, der Mensch, das deine Therapeutin mal keine Zeit hat oder eine Therapieeinheit endet. Schau mal, du gehst mit deiner Thera auch nicht privat bummeln durch die Stadt oder ihr trefft euch im Cafe zum quatschen. Hm.. und deshalb, weil deine Thera auch ein Mensch wie du und ich ist.. wird sie neben ihrer Arbeit auch ein eigenes Privatleben haben.
Merkst du, wie dein Gefühl von "Abgeschoben" sein überzogen und verdreht ist?

Das hat auch etwas mit dem Nähe-Distanz-Problem zu tun, schadet nicht sich da mal rein zu lesen. Rein informativ.

"In der Tagesklinik herrschte eine Art Geborgenheit, die ich sehr genossen habe. Wir hatten eine tolle Gruppe und es war einer der schönsten Zeiten meines Lebens, auch wenn es schwer war, so sehr an sich zu arbeiten."

Grundsicherheit lernt man in seiner Familie.. wenn man dann immer wieder im Laufe seiner Zeit in familienähnliche Strukturen findet, fällt der Abschied davon mehr oder weniger schwer.
Ich denke, es ist ein Teil von dir, das du dich nach Familie sehnst und vielleicht glaubt ein Teil von dir auch, das es einen ominösen Grund geben könnte, der dir dieses Ziel verweigert.
Schau dich um, du hast bereits eine kleine Familie.. du hast einen Freund, einen Lebenspartner, der für dich da ist und 2 Katzen"kinder" .. ein eigenes Baby wäre wohl noch das Tüpfelchen auf dem I .. aber auch das wird kommen, wenn du es am wenigsten erwartest.
Es ist wichtig, das du erst Probleme löst, die dich direkt betreffen und dein Leben verengen.. erst wenn du frei und leicht, beschwingt wieder du selbst sein kannst, ohne Angst vor der Angst fürchten zu müssen.. dann kannst du dich auch mit so sachen wie Kinderwunsch und Problemlösung auseinander setzen. Und wenn es physisch nicht mehr gehen sollte, was spricht gegen Adoption?

lg Sue

torny am 14.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

doch kuscheln tun dir gerne, aber nur wenn sie wollen! Sind zwei Kater. Männer halt:-)! Aber sie tun mir wirklich gut. Wenn ich weine, sitzt meistens einer an meiner Seite, als ob er sagen will: ist doch alles nicht so schlimm. Der weisse kommt meistens abends mit ins Bett, das tut auch gut. Fühlt man sich nicht so alleine. Schweine misten?? Was hast du denn für Schweine? Meerschweinchen oder richtige?

Schön zu hören, dass du deinen Durchhänger gestern so gut überstanden hast. Wie sieht bei dir die Selbstverletzung denn aus, wenn ich fragen darf? Als Teenager habe ich geritzt. Hab den Arm noch voller Narben. Als der voll war habe ich das Bein genommen. Habe gemerkt das ich damit Druck abbauen kann und der Schmerz mir den innerlichen nimmt. Ja und kurz danach sind auch schon die Panikattacken und die Depression gekommen. In dem Sinne gut, seit dem habe ich nie mehr den Gedanken gehabt mich zu verletzen.

Ja das malen. Natürlich ist das wieder eine total unrealistische Angst. Es ist einfach wieder die Angst, dass ich dann wieder Angst bekomme. Dieser IRRE Teufelskreis. Der Verstand merkt sich genau, wann und wo die Panikattacken auftraten und will natürlich nicht mehr dahin. Weil ja unrealistische Gefahr :-(. Aber werde auf jeden Fall dran bleiben. Genau wie das Einkaufen. Letzte Woche heftige Panikattacke an der Kasse, ja und bin die ganze Woche nicht einkaufen gewesen. Gestern schnell mit Freund durch den Laden gehetzt, damit ich schnell wieder raus komme.

Ich versuche meinen Tagesablauf so regelmäßig wie möglich zu halten, weil mich vieles wieder so raus bringt. Geht in der Woche ganz gut. Am Wochenende ist mein Freund da, und dann beginnt das Gleichgewicht sehr zu wanken. Aber auch daran muss ich arbeiten, denn nichts im Leben ist ja immer gleich. Bist du denn Erwerbsunfähig?

Valium macht auch sehr schnell abhängig. Psychisch sowie auch körperlich. Ich hatte natürlich heute wieder nichts anderes vor, als danach zu googeln. Ein Haufen Leute, die nicht mehr runter kamen davon und einen heftigen Entzug machen mussten. Ja und dann kam sie wieder diese Panik und das Gedankenkreisen. Du bist bestimmt schon abhängig, dass wird ein schwerer Entzug, so nimmt dich die psychosomatische Klinik nicht usw., bin aber schnell wieder raus gekommen. Hab mich sofort an PC gesetzt, als ich wieder anfing wie irre rumzulaufen und habe irgendetwas gelesen. Aber du hast es auch nehmen müssen, und du hast recht, dass man das für und wieder Abwegen muss.

Das mit dem abgeschoben werden, ja dass ist mir Verstands mäßig bewusst, dass dem nicht so ist. Das Gefühl ist das, was mich da so fertig macht. Es ist immer wieder so ein Gefühl des Verlassen werden. Dies sind Gefühle, die ich mit aus der Vergangenheit in das jetzt nehme. Ich denke auch jedesmal, wenn mein Freund geht, dass er nicht wiederkommt. Im Januar als die Krankheit wieder zum Vorschein kam war es ganz schlimm. Sofern meine Mama, Schwester oder Freund meine Wohnung verlassen haben, bin ich weinend zusammen gebrochen. Ich hatte danach stundenlang Angst und fühlte mich so schrecklich allein.

Ja es war schon eine familiäre Situation in der Klinik. Ich habe ja nie ein richtiges Familienleben kennengelernt und die damit verbundene Sicherheit, da fällt es einem natürlich schwer, diese Geborgenheit zu verlassen. Meine Therapeutin dort sagte das auch. Sie meint ich lasse mich nicht richtig ein, weil ich Angst habe, dass es weh tut, wenn es sich wieder ändert. Und nun hätte ich mich eingelassen, und ich würde reagieren wie erwartet:-)!

Ich habe mich mit dem Babywunsch im letzten Jahr sehr unter Druck gesetzt. Habe meine Körper genaustens studiert, Tempi gemessen, OVU tests gemacht. Mein Neurologe meint ich will unbedingt glücklich sein, und ich denke mit einem Baby, dass wäre die Lösung für mein Unglücklichsein. Wer weiss, vielleicht ist es ein wenig so. Aber natürlich nicht nur.
Ja habe meine kleine Familie, und wenn es so sein soll, dass kein Kind kommt, dann muss man in eine andere Richtung schauen.

Danke für die Links, werde sie mir noch einmal in Ruhe anschauen!

Lg Torny be

sockensue am 15.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
Ich halte Meerschweinchen, richtig.. habe eine Kleingruppe von 5 Tieren - 4 Mädels und nen kastrierten Herren. Richtig knuddeln kann ich mit keinem von ihnen, nur mit Lollek, dem Bock, ist das manchmal länger möglich. Er ist rüstige 8 Jahre alt, da tickt man langsam etwas anders.. und gekrault zu werden gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.
Seine Mädels sind alle so 3-5 Jahre.. also kann man sagen, das er ca. 80 nach unseren menschlichen Maßstäben unter ca. 40jährigen den liebestollen Platzhirsch gibt. Chef ist eine Wutz, wer kann ich nicht sagen.. das wechselt gerade wieder.. ein paar waren erkältet, die alte Chefin musste ihren Posten räumen und wer sie von den anderen übernahm.. keinen Schimmer. Jetzt das es unserer alten Chefwutz wieder besser geht, muss sie eben ihren Alten Posten zurück erobern.
Ich finde es spannend ihnen dabei zu zusehen, Schweinchen sind richtig gute Beobachtungstiere und das lenkt mich immer wieder von meinen eigenen Problemen ab.

"Wie sieht bei dir die Selbstverletzung denn aus, wenn ich fragen darf?"
Klar darfst du.. ich schneide mich meistens in hochstress Situationen.. arbeite allerdings an längeren Phasen ohne SV.. ich trage einige Narben.. mir ist dabei nur wichtig, das sie nicht gesehen werden.. also das ich sie unter Kleidung verstecken kann. Das ist im Sommer ein bisschen schwieriger, gerade wenn es um alte sichtbarte Narben geht.. aba ich versuche mir bei geschlossenen keinen Kopf mehr zu machen und notfalls kann ich auch einfach nen Verband drum machen.
So wars die letzten Jahre.. im Augenblick habe ich eine längere Phase - seit Weihnachten 15 - in der ich mich nicht selbstverletze sondern mir andere Ventile suche, die helfen. Laute Musik zb. oder ablenken.. solange ne Methode hilft, verfolg ich sie weiter.

Der Durchhänger die Woche.. der war.. also klar alte Erinnerungen, alte Emotionen.. was mich am meisten beunruhigt und woran ich noch arbeiten muss ist, das ich meine Verhaltensänderung bemerkt habe. Die ganze Zeit durch, als der Flashback durch mich rauschte.. gab es auch verändertes Verhalten.. angepasst an damals.. von mir. Das irritiert mich, weil ich wusste das es alte Sachen sind und ich wusste auch das heute ein anderes Jahr und eine andere Situation ist.. und auch das ich heute in Sicherheit bin.. aber dann wieder diese lebensferne angepasstheit.. zu merken.. das .. also damit konnte ich erst nix anfangen.. und dann habe ich versucht mir einen Sound zu suchen, der mir half meine Wiederstandskräfte zu befreien.. den Sturkopf.. der für sich kämpft.. durchhält, weiter macht.. eben da anzuknüpfen wo ich mich heute zuordne.. und das hat geholfen.. bis ich paar Stunden später diese triggernden Erinnerungen hinter mir lassen konnte.
Sie ändern sich nicht mehr.. darüberhinaus habe ich herausgefunden, was die forciert hatte.. und auch um dieses "Problem" habe ich mich heute gekümmert. Ich mag nicht mehr an diese schrecklichen Alten Dinge erinnert werden, ich fand.. ich habe genug gelitten.. und ich suche mir weiter meinen Weg ins Licht.

Ich bin berentet, habe volle Erwerbsunfähigkeits-Rente. Das vom Amt aufgestockt wird. Erst hab ich mich davor gefürchtet, vor der Berentung.. ich habe mir nen riesen Kopf drum gemacht, wie sich das in meinem Lebenslauf auswirken könnte.. aber dann habe ich eingesehen, das es für mich im Moment keine Alternative gibt. Meine Stresstoleranz ist im Eimer.. ich kämpfe zwar.. habe trotz harter Arbeit in sozialen Kleingruppen mega Ideen um Selbstverletztendes und Selbstschädigendes Verhalten und Arbeit allgemein da stehe ich so unter innerer Anspannung, das ich Angst habe etwas falsch zu machen..
hatte das ganze vor der Berentung in einem sozialgeschützten Rahmen ausprobiert, ging gar nicht.. sollte damals 2 Stunden bleiben und mein Versuch war nach 20 Min vorbei.

Du siehst, du bist nicht alleine mit irrationalen Ängsten. ;) Mir half das, ich habe es lange analysiert und nun weiß ich das Großraumbüro nix für mich ist.. ich weiß das ich Fluchtmöglichkeiten brauche, also das Tisch-Arbeit nix für mich ist.. und ich weiß, das dieser Versuch mir eine Realität gezeigt hat, die ich vorher nicht hatte wahr nehmen wollen. Von daher.. alles okay.

"Der Verstand merkt sich genau, wann und wo die Panikattacken auftraten und will natürlich nicht mehr dahin."
Der Verstand weiß das es irrationale Ängste sind und dabei keine Gefahren lauern. Deine Angst vor der Angst weiß, wovor du dich fürchten "musst" und wie sie dir einredet, "der Verstand" sei "der böse" der nicht will, das du xy machst. ;)

" Letzte Woche heftige Panikattacke an der Kasse"
Was löste denn diese Panikattacke an der Kasse aus? Waren es zuviele Leute oder ging es nicht schnell genug?

Ich kanns nicht abhaben, wenn der Kunde hinter mir, mir zu sehr auf die Pelle rückt.. dann werde ich gereizt.. mache Fehler.. vergesse Sachen.. dann ists einfach nicht mein Tag. Da habe ich dann die Wahl, ob ich meinen Ärger runterschlucke.. den anderen anpampe - was er sicher nicht verdient hat - oder einfach noch eine Runde mit dem Wagen drehe und ihn vorlasse.
Wenn ich in der Stadt bin, läufts manchmal ähnlich.. das ich Menschen hinter mir habe, die mir einfach unbegründet auf den Geist gehen.. da bleib ich manchmal einfach stehen.. schau mir die Auslage an.. lass sie vorbei ziehen und setze dann meinen Weg fort.

Super das du wieder raus gekommen bist..
immer schön an die Fakten halten.. du bist nicht in der Sitution wo du einen Entzug machen musst.. also können dir auch die Entzugserscheinungen egal sein.. und psychiatrische Kliniken allgemein finden es ganz super, wenn Patienten Medis nehmen.. "damit es ihnen besser" geht..
Patienten ohne Medis "ruhig" zu halten können die meisten Kliniken kaum bieten.. das stellt sie vor Herausforderungen, die sie kaum bewerkstelligen können.
Dafür bräuchte man regelmäßige Sprtliche Angebote, Personal, das nen Auge drauf werfen etc.
Dafür sind psychiatrische Kliniken einfach nicht ausgelegt.. das mag bei Kuren funktionieren.. aber die meisten haben dann doch eher den Schwerpunkt auf Psychologoliche Erkrankungen und deren Behandlung.

"Aber du hast es auch nehmen müssen, und du hast recht, dass man das für und wieder Abwegen muss. "
Ich habe sie nicht nehmen müssen.. ich habe sie freiwillig genommen.. 4 Stunden Schlaf über Wochen sind nicht erholsam, andere Schlaffördernde Methoden halfen nicht und ich schlief aus irrationalen Ängsten nicht ausreichend genug.
Ich habe damals Seroquel genommen, 3 Monate am Stück.. in immer höheren Dosen.. meine Ärzte hatten mir den körplich-abhängigmachenden Aspekt nicht gesagt, oder ich bekam es nicht mit.. und ich kam erst drauf, als ich total Erkältet war und nachts den ärztlichen Notdienst anrief, weil ich wissen wollte ob es ne Nebenwirkung zw. Seroquel und Kodein gibt, von dem ich wissen müsste.
Es gab keine Neben- oder Wechselwirkung. Ich kam dann weiter mit dem Mann beim ärzt. Notdienst ins Gespräch und er klärte mich über die körperliche Abhängigkeit auf.. woraufhin ich ohne Wissen meiner Ärzte das Sero absetzte.. von 100 auf 0.. und mich wunderte was für wilde Nebenwirkungen ich plötzlich hatte.
Nach einer oder zwei Wochen waren die Entzugserscheinungen vorbei.. später klärte ich auch meine Ärzte auf, die gar nicht begeistert waren..
aber zwingen Medis zu nehmen kann mich keiner.. und in der geschlossenen Station war ich auch nicht. Der einzige Ort wo man Menschen gegen ihren Willen Medis verabreichen kann - legal.

Aber hey.. du bist nicht in der Situation deine Medis sofort abzusetzen.. und wenn ich es damals richtig gemacht hätte, dann hätte ich auch einfach über einen längeren Zeitraum die Medis ausschleichen können. Was mit weniger Nebenwirkungen einher geht.. du siehst.. der Holzhammer ist nicht immer sinnvoll oder nötig.

"Das Gefühl ist das, was mich da so fertig macht"
Immer schön dran denken, du hast das Gefühl, du bist nicht das Gefühl.
"ein Gefühl des Verlassen werden."
Es ist nicht tatsächliches Verlassen werden.. kenne es auch.. es ist eher vorübergehendes Verlassen werden.. aber nicht weil du "doof oder schlecht" bist.. sondern weil die Zeit es einfach fordert. Man kann nicht jede Sekunde um geliebte Menschen sein, man braucht auch Zeit für sich selbst, Zeit für den Job, Zeit für Freunde, Zeit für Haustiere und auch Zeit für den eigenen Haushalt.

ich schreibe dir dazu später etwas, ich habe da so eine Idee.. aber dazu brauche ich noch einwenig Zeit der Vorbereitung.

"Freund meine Wohnung verlassen haben, bin ich weinend zusammen gebrochen. Ich hatte danach stundenlang Angst und fühlte mich so schrecklich allein"
du bist doch heute nicht alleine.. du hast deine Kater.. sie können dir den Halt geben, die Gewissheit geben, das deine Wohnung nicht leer und verlassen ist.. sondern das es da immer noch Wesen gibt, die sich gerne mit dir abgeben und die dich mögen.. die an deiner seite sitzen, wenn es dir nicht gut geht und die in deinem bett schlafen, wenn du sie brauchst.
Das ist zwar kein Mensch, aber hey.. es sind lebende und atmende Wesen mit eigenem Charakter, die dich gut genug kennen um zu erkennen, in welcher Verfassung du bist und ob du Hilfe brauchst, Zuspruch oder ähnliches.. sie sind für dich da.. heute, jetzt, hier.. und an denen kannst du dich festhalten.. wenn du sie brauchst. sie geben deinem Leben einen Sinn, wenn liebe Menschen gerade keine Zeit für dich erübrigen können.

"Ich habe ja nie ein richtiges Familienleben kennengelernt und die damit verbundene Sicherheit, da fällt es einem natürlich schwer, diese Geborgenheit zu verlassen. Meine Therapeutin dort sagte das auch. Sie meint ich lasse mich nicht richtig ein, weil ich Angst habe, dass es weh tut, wenn es sich wieder ändert."

Habe auch kein richtiges Familienleben kennen gelernt.. habe dadurch Chaos in mir drin.. und kenne auch nix anderes als zwischen Extremen zu leben.. aber.. gegen die Angst, das etwas zu sehr weh tut, wenn sich etwas verändert. Kann ich dir schon was mit geben..
immerhin hast du Haustiere.. und jedes Tierleben endet irgendwann.. wie jedes Leben das geboren wird, wird auch irgendwann jedes Sterben. Das ist so, das ist der Lauf der Zeit und wenn deine Kater irgendwann alt sind und sterben, behalte die glücklichen Erinnerungen im Herzen, erinnere dich an die Guten Zeiten, an das was du mit ihnen erlebt hast.. und wenn du wieder bereit bist, holst du dir neue Zeitgenossen ins Haus.
Das dauert manchmal.. aber genauso wie bei Haustieren, kannst du es mit anderen geborgenheit getränkten sicheren Räumen betrachten.. nimm die positiven Erinnerungen mit dir.. erinnere dich an alles was du dort erlebt und erlernt und verändert hast.. und halt diese Zeit in deinem Herzen fest.. dich an negative Situationen zu erinnern, brauchst du nicht.. das ist unnötiger Ballast, den man nicht brauch.

"ich denke mit einem Baby, dass wäre die Lösung für mein Unglücklichsein"
Ein Baby kann dir diesen Wunsch nicht erfüllen.. kein Kind kann es.. Kinder können keine Trennung der Eltern verhindern oder Zerstrittene wieder zusammen bringen, Es ist ein unding, Kindern sowas aufzubürgen.
Ein Baby ist ein eigener Charakter, der sich selbst erforschen und seine möglichkeiten erschöpfen möchte.. und ein Baby wird irgendwann auch groß und möchte Zeit ohne Mama verbringen.. das beginnt schon im Kiga-Alter.. wo es vormittags mit anderen Kindern spielt und dann auch noch nachmittags mit zu Freunden möchte..
Deswegen.. such in dir selbst nach dem Platz, an dem du selbst glücklich sein kannst.

Im Übrigen.. ich strebe Glücklichsein nicht an.. ich strebe Zufriedenheit an.. Glück ist so schnell weg.. Zufriedenheit dauert länger.. ;)

lg Sue

sockensue am 16.Apr 16  |  Permalink
So und hier wie angekündigt.. die "Bonus"-Arbeit ;)
Umgang mit Gefühlen

Angst

Grundlagen:
Angst ist eine Grundemotion, die bei der Entwicklung von Lebewesen auf der Erde eine enorme Rolle spielt. Alle höheren Tierarten, kennen Angst. Angst hilft uns, Gefahren zu erkennen, zu entkommen - und ihnen vorzubeugen. Angst an sich ist daher ein überlebenswichtiges Warnsystem.
Dieses Warnsystem ist lernfähig. Das heißt, user Gehirn speichert ganz automatisch Informationen, die mit aktuen gefahrenvollen Situationen in Verbindung stehen. Wenn diese Signale zu einem späteren Zeitpunkt erneut wahrgenommen werden, sind wir vorsichtig oder bekommen Angst.

Typische Auslöser und Interpretationen:
Angst entsteht immer dann, wenn man sich selber oder jemand Nahestehenden als unmittelbar bedroht erlebt. Es gibt jedoch eine Vielzahl von spezifieschen und unspeziefischen Auslösern von Angst: Wiedererleben oder Erinnern einer ehemals gefährlichen Situation; Stille; Alleinsein; Dunkelheit; Eingesperrtsein; die Vorstellung, zu sterben; die Vorstellung, verletzt zu werden; die Vorstellung, jemanden oder etwas sehr Wichtiges zu verlieren; die Vorstellung, die Kontrolle zu verlieren; die Vorstellung, sich zu blamieren; die Vorstellung, einen schweren Fehler zu machen; die Vorstellung, etwas sehr Wichtiges nicht zu erreichen ...

Körperreaktion:
Die Angst wird über sehr starke und spezifische Körperreaktionen vermittelt, die darauf zielen, entweder auf Kampf oder Flucht vorzubereiten oder den "Totstellreflex" vorzubereiten.

Zunächst reagiert der Körper mit Beschleunigung der Herzfrequenz (Herzklopfen), einem Kloßgefühl im Hals, Enge in der Brust, "Schmetterlingen" im Bauch, beschleunigter Atmung, Verkrampfung der Muskeln, Durchfall, Harndrang und Sprachstörungen. Wird die Angst noch stärker, können "dissoziative Symthome" auftreten, die oft sehr körpernah erlebt werden: Meist beginnen die Beine "einzuschlafen", dann wird der ganze Körper schmerzunempfindlich. Wir nehmen die Umwelt nur noch schemenhaft wahr, die Geräusche dringen wie von fern an uns heran, wir sehen nur noch zweidimensional und manchmal wie durch einen Tunnel.
Die Atmung ist flach. Bei sehr starker Dissoziation gehorchen die Muskeln uns nicht mehr, wir können uns nicht mehr bewegen und nicht sprechen.

Warnehmung:
Wenn wir Angst haben, erleben wir eine hohe Konzentration auf Gefahrensignale; bisweilen interpretieren wir harmlose Erscheinungen oder Kommentare als äußerst gefährlich. Die Gedanken sind beschleunigt, manchmal rasend. Häufig werden frühere angstbesetzte Situationen erinnert. Bei sehr starker Angst kann es sein, dass dissoziative Phänomene aktiviert werden: Das Raum-Zeit-Gefühl löst sich auf, die Wahrnehmung für die Umgebung und den eigenen Körper verzerrt sich, manchmal haben wir das Gefühl, aus unserem Körper zu treten und uns nur noch von außen wahrzunehmen. Im Extremfall verlieren wir völlig den Kontakt zur Realität und erleben Szenen der Vergangenheit als real. Diese Phänomene sind häufig mit traumatischen Erfahrungen in der Kindheit verknüpft.

Handlungsdrang:
Wenn wir Angst haben, sind wir darauf ausgerichtet, die Bedrohung zu bewältigen. Wir haben daher entweder die Tendenz zu fliehen oder anzugreifen oder Hilfe und Unterstützung zu holen. Während dissoziativer Zustände können wir kaum handeln.

Ausdruck:
Angst ist eine sehr kommunikative Emotion: Wir wollen die anderen darüber informieren, Hilfe aktivieren oder auch warnen: mit hochgezogenen Augenbrauen, aufgerissenen Augen, starrem Blick, halb geöffnetem Mund, Schreien, Weinen und Schweißausbrüchen. Andererseits bereitet sich der Körper vor, mit der Bedrohung umzugehen. Er versucht sich zu schützen: hochgezogene Schultern, Arme schützen den Oberkörper, die Bauchmuskeln verkrampfen sich, die Beine schützen das Becken.

Häufige Folgegefühle:
Ohnmacht, Wut, Hass, Scham

Wann ist Angst gerechtfertigt?
Angst ist immer dann gerechtfertigt, wenn man selbst oder jemand Nahestehendes tatsächlich gegenwärtig oder in naher Zukunft bedroht ist oder wenn man in Gefahr ist, etwas sehr Wichtiges zu verlieren.

Wie kann ich dem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
Wenn man real bedroht ist, macht es Sinn zu fliehen, sich Hilfe zu holen, die Angst zu kommunizieren und sich zu wehren.

Wie kann ich dem Gefühl vorbeugen?
Grundsätzlich ist es wichtig, zwischen berechtigten, das heißt gegenwärtig bedrohlichen Auslösern, und ehemals bedrohlichen Auslösern zu unterscheiden. Jede Form von Kompetenz (auch körperliche!) verringert die Gefahr, Angst zu bekommen. Erfahrung und Training in Kampfsportarten haben sich als sehr sinnvoll erwiesen. Der Aufbau von sozialen Kontakten ist ebenfalls sinnvoll. Wenn man sich einsam, alleine und geschwächt an einem unbekannten Ort erfährt, so ist die Tendenz, Angst zu bekommen, deutlich erhöht.

Wie kann ich das Gefühl Angst abschwächen?

Entgegengesetztes Handeln
Wenn man Angst hat, will man fliehen, Hilfe holen, Schutz suchen. Um die Angst abzuschwächen, sollte man genau das Gegenteil tun: Bleiben Sie in der Situation, setzen Sie sich aktiv damit auseinander. Suchen Sie Situationen und Orte auf, die Ihnen Angst machen, versuchen Sie, Kompetenz zu erlangen. Wenn man dissoziiert, sollte man sich starken sinnlichen Reizen aussetzen: scharfe Gerüche, laute Geräusche, scharfe Geschmacksreize, starke optische Reize.

Entgegengesetztes Denken
Bei Angst haben wir Gedanken wie: "Etwas oder jemand ist akut bedrohlich; ich kann mich icht wehren; ich werde überwältigt; das halte ich nicht aus; ich bringe mich um, dann entkomme ich der Gefahr"
Entgegengesetztes Denken wäre dann:
Erinnern Sie sich an Situationen, die Sie schon bewältigt haben.
Knüpfen Sie mentale Beziehungen zu Menschen, die Sie lieben oder schätzen.
Stellen Sie sich starke "innere Helfer" vor.
Distanzieren Sie sich innerlich von der Situation.
Stellen Sie sich einen "sicheren Ort" vor.
Pfrüfen Sie die Realität und vergleichen Sie diese mit ihrer Befürchtung.

Entgegengesetzte Körperhaltung
Eigentlich will man weglaufen. Wenn dies nicht geht, wollen Sie sich kleinmachen, verstecken, verkriechen, flehen, unterwerfen. Genauso reagiert der Körper: Im Extremfall wird man versucht sein, sich unter der Decke zu verkriechen, in einer Ecke zu kauern, den Kopf zu schützen und schaukelnde Bewegungen zu machen. Entgegengesetzte Körpersprache hieße dann: aufrechte Körperhaltung, Schultern zurück nehmen, Fäuste ballen, Blick nach oben, Fersen zueinander richten, Fußspitzen nach vorne außen, tiefe Atmung in den Bauch. Um die Dissoziation aufzulösen, helfen oft starke Reize der Füße und Fußsohlen: Stellen Sie die Beine in eiskaltes WAsser, legen Sie spitze Kiesel in ihre Schuhe, rollen Sie die Fußsohlen über einen runden Stab. Manchen Patientinnen hilft es, Flamenco zu tanzen. Bisweilen hift es Eiswürfel im Mund zu nehmen oder den Kopf in kaltes Wasser zu stecken (Tauchreflex).

torny am 16.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

Danke für den Bericht. Ich weiss das ich der Angst entgegen treten muss. Und auch das es so schwer ist und Kraft kostet. Als ich mit 16 das erste mal die Panikstörung bekam, hat mich die Angst immer mehr eingegrenzt. Ich konnte nichts mehr. Weder telefonieren, nicht rausgehen, nicht mehr zur Schule gehen. Ich habe gelernt, der Angst nicht so viel Macht einzuräumen und doch ist es unheimlich schwer aus diesem Teufelskreis herauszufinden. Sie hat mich wieder voll im Griff, aber zum Glück ist das Bewusstsein heute ein anderes. Ich war gerade an der Talsperre mit Auto, beim laufen kamen wieder die Gedanken hoch, was ist wenn du jetzt umfällst oder sonstiges. Diese Gedanken konnte ich sofort abblocken. Ich weiss, wenn ich in einer bestimmten Situation wieder Panik hochkommen lasse, ist es sehr schwer sie wieder los zu lassen. Beim Einkaufen, ja erst mal wird mein Stresspegel enorm hoch, weil ich Angst habe die Angst nicht auszuhalten, dann machen mich viele Leute und viele Geräusche wahnsinnig. Ich wurde 2 mal am Ohr operiert. Ich habe ein Steigbügel Implantat bekommen, seit dem bin ich sehr empfindlich was Geräusche angeht. Ausserdem werde ich wegen des Ohrs, Gott sei Dank nicht oft, von einem ganz schlimmen Drehschwindel geplagt. Da kann es passieren, dass ich hinfalle, ist mir bei der Arbeit auch schon passiert. Aber ich kann auch einfach die Hektik die von Menschen ausgeht nicht so gut vertragen. Und wenn ich dann an der Kasse stehe und es dauert, dann bekomme ich Angst das ich gleich umfalle. Manchmal kann ich die Angst abwenden, wenn der Stresspegel nicht so hoch ist, in dem ich mich Notfallkoffermässig z.b. Farben in der Umgebung suche. Mir ist so unheimlich bewusst, dass das alles nur von meinem Denken ausgeht und doch ist es die schwierigste Hürde der Angst nicht nachzugeben.

Oh wie süss, ganz viele Meerschweinchen :-). Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie eine gute Ablenkung sein könne. Ich habe auch noch einen Gecko. Ihm zu zu schauen ist auch sehr schön.

Aber es ist ja gut, dass du bei deinem Durchhänger die Verhaltensänderung gemerkt hast. Ich finde du bist da echt unheimlich weit, was Selbstreflexion, Umsetzung und Änderung angeht. Die anderen Ventile, super dass es schon ein paar Monate ohne SV gegangen ist. Ich kann verstehen, dass du es nicht gerne hast, dass andere die Narben oder auch frisches sehen. Ich werde immer wieder darauf angesprochen. Es ist nervig und irgendwie schämt man sich auch. Für Therapeuten ist es ein gefundenes Fressen, obwohl ich es gar nicht mehr machen und nicht mal dran denke.

Ich musste schon 2 Katzen gehen lassen und es tat sehr weh. Meine Oscar war schon sehr alt und nierenkrank, trotzdem war es schlimm los zu lassen. Ja und dann mein kleiner....er war gerade 4. Hab ihn als kleines Wesen mit 12 Wochen bekommen. Er war mein Baby. Und dann brach eine schlimme Katzenkrankheit mit 4 aus. Innerhalb einer Woche ist er gestorben. Ich habe so für ihn gekämpft, aber ich konnte ihn nicht retten. Er ist in meinen Armen erstickt. Das ist etwas, was ich noch nicht richtig verarbeitet habe. Ich schiebe es immer weg, wenn es hoch kommt, weil es so weh tut. Ist jetzt 3 Jahre her....

Ich tue mich auch sehr schwer mit der Arbeit. Aber ich hoffe, dass ich mich nach einer stationären Therapie wieder gut eingliedern kann. Meine Arbeit ist leider oft sehr stressig. Ich arbeite in der Qualität und da gerät man schon sehr oft in Zeitdruck. So richtig glücklich macht er mich nicht. Aber eigentlich kann ich zufrieden sein. Ich habe nette Arbeitskollegen und verdiene mein Geld. Ich habe 40 Prozent Schwerbehinderung bekommen. Werde aber Mitte des Jahres noch einmal einen Verschlechterungsantrag einreichen.

Ich weiß, nach Glück sollte man nicht streben, Zufriedenheit ist wichtig. Der Mensch neigt leider dazu, immer nach mehr zu streben. Wenn man wieder so tief abgestürzt ist, wird einem wieder bewusst, was wichtig ist und was nicht.

Lg Tony be

sockensue am 16.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
gern geschehen.. ist eigentlich kein Bericht.. ist aus diesem tollen Skillordner, den du auch noch in Händen halten wirst ;) Ich finde es gibt nix wichtigeres als zu wissen, warum wir uns mit diesem "Emotionsquatsch" abmühen müssen. Emotionen gehören zum Menschsein dazu.
Ohne Emotionen und Gefühle hätten wir nicht diese komplexe Gesellschaft- und Beziehungsform, die uns heute überall begegnet. Hätten wir kein Emotionalesnetz, wären wir wohl ne Spezies die mit jedem immer überall "vögelt".

Irrrationale Ängste haben den Sinn&Zweck dein Leben möglichst engmaschig zu halten und deinen Bewegungsfreiraum einzuengen. Eben damit die Angst als "Guter" und Freiheit als "Böse" dar gestellt werden kann - und damit du das auch schön weiter glaubst, das Angst haben und ängstlich sein etwas zu deinem Leben dazugehörig ist, das du erhalten und beschützen musst.
Irrationale Ängste sind nie logisch.. du kannst nur versuchen ihnen Stück für Stück den Boden zu entziehen.

zb wenn deine Angst dir Sonntags einreden will "mein Freund kommt nie wieder, er verlässt mich".. brauchst du theoretisch nur bis Freitag oder Samstag aus- und durchzuhalten - je nachdem wann dein Freund sein WE bei dir verbringt - und siehe da, die Angst hatte unrecht.. dein Freund ist wieder da und die Gewissheit, das er wieder auftauchte, hat sich erneut bestättigt.

Ich habe heute wieder angefangen sie anzuweiden.. mit Wiese von draußen zu füttern.. die ersten Halme gingen ganz fix in die Wutzis rein.. und dann merkte man, wie sie immer länger brauchen.. und ihr Bauch ganz voll ist von Wiese.. und irgendwann werden noch nen paar Halme übrig sein.. und sie werden trotzdem daneben liegen und pennen.. Verdauungsschläfchen.
Freue mich jedes Jahr darauf extra für sie Wiese zu sammeln.. auch wenn eine Schule daneben steht und ich Schüler nicht leiden kann.. Halbstarke kann ich nicht leiden.. aba das liegt an meinen Erfahrungen mit meinen Mitschülern.. und nicht an denen.

Tat mir richtig gut raus zu kommen.. erst recht jetzt, nachdem ich so lange durch nen Virus außer gefecht gesetzt war..

"Es ist nervig und irgendwie schämt man sich auch."
ich habe aufgehört mich dafür zu schämen.. es ist Teil meiner Störungssymthomatik.. und damit hat es sich.
Was ich nicht leiden kann, sind Menschen die drauf starren, ganz große Augen bekommen und dann verduften, als sei ich nicht existent. Aber, die können auch einfach keinen Schneid haben.. und wenn sie ewig fragen würden, könnte man auch einfach nichtssagend antworten.. unfall, katze.. rasenmäher.. oder oder oder..
weißt schon wie ich das meine.. man braucht keinen seelenstreaptease machen wenn man nicht möchte..

"Therapeuten ist es ein gefundenes Fressen"
ich nehme an Therapeuten sind auch nur Menschen, die in Schubladen denken und versuchen aus dem vorhandenen etwas rauszuziehen, womit sie ggf. arbeiten können. Machst du einmal klar, dass das olle Kamellen sind, mit Nachdruck. Wird man sicher davon abstand nehmen. Deine Grenzen sind wichtig und wenn du wem etwas nicht erzählst, dann wird es einen Grund haben, warum du es nicht tust.

"Ich finde du bist da echt unheimlich weit, was Selbstreflexion, Umsetzung und Änderung angeht. Die anderen Ventile, super dass es schon ein paar Monate ohne SV gegangen ist"
Danke sehr. Ich versuch das beste aus dem zu machen, was mir der "liebe Gott" mit gab. Auch wenn ich nicht an Religion oder Gott oder wem auch sonst glaube.

Ich weiß selbst wie schwer es ist geliebte Tiere los zu lassen.. ich gebe mir dann immer sehr viel Zeit für den Trauerprozess.. mit 14 bekam ich mein erstes Haustier, einen Wellensittich, er lebte 6 Jahre ehe er Tumore bekam, die seine Gedärme beiseite drückten und er .. ich ihn hatte gehen lassen müssen. Meiner Mutter wars peinlich, als sie mich zum TA begleitete, mir wars egal.. ich habe Rotz und Wasser geheult als der kleine Vogel in meinen Händen einschlief..
Es tut weh Freunde gehen zu lassen.. und es dauert manchmal auch länger bis man den Trauerprozess hinter sich bringt.. ich leide bei jedem Tier mit, das ich halte, wenn es seine Koffer packt.. oder auch nur wenn es eine kleine OP bekommt und ich es beim TA lassen muss, da geht für mich eine kleine Welt unter..
bis ich es wieder holen kann..
ich finde.. Tiere zu halten bringt soviel Freude und Glücksgefühle ins eigene Leben hinein.. dagegen kann ich Menschen, die Tiere ablehnen, gar nicht verstehen.

Ich drück dir die Daumen, das deine stationäre Therapie, dir alles bescherrt was du dir erhoffst ;)

Solange du damit klar kommst und du für dich selbst heraus findest, was für dich wichtig ist und was nicht - ist doch alles in Ordnung.
Es ist dein Leben, du entscheidest, wie du es führen willst.

lg Sue

torny am 18.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

ja die Angst kann wirklich viel Macht über einen selbst haben. Manchmal denke ich ich kämpfe und kämpfe und es lohnt sich einfach nicht, weil ich das Gefühl habe, ich komme gar nicht weiter. Das zerrt so sehr an den Kräften. Die "Trennungsangst" ist im Moment wieder sehr stark. Den ganzen Tag war ich in meinem Gedankenkarussel, heute abend ist er nicht mehr da. Ich bin nicht raus gekommen. Und dabei haben wir es uns heute schön gemacht. Waren erst walken, dann waren wir im Tierheim und sind mit einem Hündchen Spazieren gegangen. Das war eigentlich soo schön, aber ich war wieder so sehr in meinen Gedanken gefangen. Ich denke immer, ich tue nicht genug und bin zu schwach um mit der Angst umzugehen. Bin heute bestimmt schon 10 mal gestorben an keine Luft kriegen, tod umfallen, Herzinfarkt. Ich weiss wirklich nicht, warum ich immer so eine Todesangst habe:-(. Ich bin gespannt auf den Skill Ordner!

Schön das deine Schweine dir soviel Freude machen. Tiere tun einfach gut. Hast du denn einen Garten und du lässt sie raus im Sommer? Da haben sie sich aber bestimmt gefreut über die Wiese:-)! Ich hatte auch mal ein Häschen, der ist 12 Jahre alt geworden. Er sich auch das ganze Jahr auf Löwenzahn gefreut. Als ich noch eine Terrassen Wohnung hatte, konnte ich ihn im Gehege mit rausnehmen, dass fand er immer ganz toll.

Oh je wenn ich mir vorstelle ich werde jetzt noch krank und kann nicht raus, das wars dann...

Kann ich so richtig gut verstehen, dass du die Schüler heutzutage nicht leiden kannst. Aber es ist traurig, dass man aus Erfahrungen von früher, heute gefühlsmäßig so auf Menschen zugeht.

Gut das du dich nicht schämst für die Narben. Und die die blöd gucken, sollen sie doch. Sie wissen nichts über dich und gehören nicht in Dein leben!

Ich leide auch immer mit meinen Kleinen mit. Der graue muss jede 3 Monate zum Krallen schneiden. Ihm wachsen die Daumenkrallen immer ein. Ich glaube ich habe viel mehr Stress, als mein Tier. Und wenn es um Narkosen geht, habe ich auch keine ruhige Minute. Aber sie gehören ja zur Familie, da sind die Sorgen auch normal. Finde es auch schade, dass nicht jeder so denkt, der ein Tier zu Hause hat.

Ich habe immer noch keine Kosten Zusage von der Krankenkasse, wegen der stationären Therapie. Ich hoffe das bald etwas kommt, damit das warten ein Ende hat. Habe schon bisschen Angst, dass es abgelehnt wird. Danke fürs Daumen drücken. Ich hoffe ich kann vieles Annehmen und dann auch umsetzen. Tu mich immer so schwer damit!

Lg Torny be

sockensue am 19.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
ja er ist nun weg.. aba er kommt wieder.. eh du dich versiehst ist wieder Wochenende und dann habt ihr einander wieder. ;) Kopf hoch, denk an das was vor dir liegt.. und schau nicht zurück.. schon gar nicht deine Ängste..

Dafür das du heute soviel "gestorben" bist.. schreibst du noch recht lebendig ;)
das ist wichtig.. überall etwas positives rauszu ziehen..

ich habe leider keinen garten.. daher ziehe ich im sommer alle paar tage los und hole viel wiese um meinen Plüschpopos was gutes zu tun. Mit raus nehme geht leider nicht.. aber solange sie Wiese und Löwenzahn bekommen, sind sie glücklich.

"Kann ich so richtig gut verstehen, dass du die Schüler heutzutage nicht leiden kannst. Aber es ist traurig, dass man aus Erfahrungen von früher, heute gefühlsmäßig so auf Menschen zugeht. "
Naja in meinem speziellen Fall.. ich wurde von meiner damals besten Freundin durch andere bloß gestellt und gemobbt.. brachte mir nen 2. trauma und ne 2. abspaltung der ich-identität ein.. hätt ich alles nicht gebraucht.. aba.. ich bin inzwischen so stabil, das ich zumindest online mit einigen aus meiner alten "klasse" mich austauschen kann.
ob ich je zurück kehre in punkto klassentreffen weiß ich noch gar nicht.. mir hilft dieses langsame smalltalken und da heilt auch etwas in mir.

mit der freundin, die das mobben damals anzettelte.. spreche ich allerdings nicht.. weil die eh nur eine leier drauf hat.. und die geht so sehr an der realität vorbei.. das es mich erschreckt, wie man auf sowas kommen kann.. aba.. naja.. ich unterscheide schon genau warum ich wen aus welchen antrieb heraus nicht leiden kann.

Manchmal ist das gar nicht traurig.. manche Gräben gehen zu tief.. als das man sie leichtfertig für "geschlossen" erklären könnte. Schade, das das Bewusstsein nicht in allen Köpfen einzug hält.

Naja wegen deiner Warterei bei dem Krankenkassending.. wieso rufst du nicht an? dann weißt du woran es liegt.. vielleicht wurde es auch einfach vergessen, kommt vor..

"Tu mich immer so schwer damit!"
du erwartest Perfektion von dir.. deshalb.. kommt es dir so schwer vor..
wenn du dich mit weniger als Perfektion zufrieden geben könntest, wäre das eine Option? Nicht Perfekt aber gelungen ;)

lg Sue

torny am 19.Apr 16  |  Permalink
Hallo Sue,

ich habe gar nicht gemerkt, dass ich da Perfektion von mir erwarte. Aber es würde ja zu mir passen. Im moment denke ich es ist einfach die Verzweifelung, die mich da packt, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und alle Versuche die ich Starte kläglich im Sande verlaufen. Der heutige Tag war wieder so schwer, und ich habe heute abend noch nicht einmal mehr Kraft Angst zu haben. Das hört sich komisch an oder? Aber das stundenlange Weinen hat mich einfach ausser Gefecht gesetzt und es hört einfach nicht auf. Ich schaffe es einfach nicht mehr dagegen anzukämpfen und ich möchte am liebsten aufgeben. Ich fühle mich leer und bin doch so voller Emotionen heute abend. Die Angst gewinnt im Moment immer mehr. Ich habe sogar schon Angst in der Badewanne, weil mir scheinbar schwindelig wird und ich ohnmächtig werden könnte. Der Kreis in dem ich mich bewegen kann wird immer enger, und mir fehlt die Kraft. Ich bin so froh um die Freunde und Familie, die sich in den letzten Monaten diese vielen Tränen angeguckt haben und mit erleben mussten. Ich weiss, dass ich sie hab, Sie für mich da sind und doch bin ich damit und mit mir so allein. Keiner kann es einem abnehmen und keiner der so etwas noch nie erlebt hat, kann es dir nachempfinden. Danke für deine Worte in den letzten Tagen, Sie konnten mir etwas Kraft geben weiterzumachen. Aber Sue, ich komm da einfach nicht mehr raus:-(.

Schade das du deine Schweinis nicht mit rausnehmen kannst, aber ich bin mir sicher sie haben bei dir das beste zu Hause, was sich sich nur wünschen können.

Was heisst eine 2. Abspaltung der Ich - Identität? Mein Gott was war das denn für ein Mensch der dir das angetan hat! :-( Ich habe zu allen meinen früheren Schulkameraden keinen Kontakt mehr. Es kam ein paar mal eine Einladung zum Klassentreffen, bin aber nie hingegangen. Mir fehlt es auch nicht. Diese Menschen sind mir nach so vielen Jahren zu fremd geworden.

Lg Torny be

sockensue am 20.Apr 16  |  Permalink
Hallo Torny be
"ch habe heute abend noch nicht einmal mehr Kraft Angst zu haben. Das hört sich komisch an oder?"
Nö eigentlich nicht.. nicht für mich zumindest.. weine doch jede Emotion hinaus.. und vergiss deine Angst nicht.. wenn du emotionslos bist, haste auch keine Angst.. und schlafen.. ist dann ne kleine "Wunderkur".. schlaf dich aus.. chill morgen.. lass es dir gut gehen.. mach alles worauf du Lust hast und über anstreng dich nicht.. ;)

Wird schon.. ab und an brauch man solche emotionsleeren Phasen, geht mir manchmal so.. dann läuft man eine Weile auf Autopilot, macht nur das nötigste.. und wartete, bis die Emotionen zurück kehren.

"Ich habe sogar schon Angst in der Badewanne, weil mir scheinbar schwindelig wird und ich ohnmächtig werden könnte"
wohl eher wahrscheinlich, das dein Blutdruck runter geht.. und dir deshalb "schwarz" vor augen wird.. das ist im rahmen des möglichen.. daher.. immer nen stück traubenzucker parat haben.. das hilft.. das der blutdruck wieder auf touren kommt.. schoki geht natürlich auch ;)

"Der Kreis in dem ich mich bewegen kann wird immer enger, und mir fehlt die Kraft."
na dann wirds zeit das du in Therapie kommst :)
Halte durch ist nicht mehr lange!

Na klar.. meine Schweine leben in Haremshaltung auf 2,5qm ebenerdigen Platz.. keine Stolperfallen, sehr rentnergerecht.. und haben einen liebestollen "Gott" der zwar alt ist..dafür erfahren..

Nun ja.. ich nenne es so.. weißt du .. ich bin traumatisiert und habe dadurch ein "Innenkind" erhalten.. quasi eine Bewusstseinsabspaltung in einem Alter, in dem die Psyche noch nicht stabil genug war.. und davon habe ich gleich 2.. eins pro Trauma..
am ersten war mein Schwager beteiligt.. am zweiten dieser schreckliche Mensch, der sich "beste Freundin" schimpfte.. ich habe keinen Kontakt zu irgendwem den ich oder der mich triggerte.. auch wenn dieser Mensch es immer wieder versucht.. manche Gräben sind einfach zu tief..
Naja.. Einladung hab ich auch nen paar erhalten..verneine die allerdings immer.. ich hatte zwar neulich die Idee, ich könnte zurück kehren.. aber letztlich verbindet mich mit diesen Menschen nichts mehr..
im Gegenteil.. ich muss befürchten, wieder als "Sündenbock" herzuhalten.. ich.. nee.. das gehe ich nicht ein..
oder das ich Leute treffe, die ich sonst meide.. uff..

naja.. ich habe keine gespaltene Persönlichkeit die sich durch unterschiedliche Charaktere unterscheiden, sondern eine Psyche, die 2 Abspaltungen der Ich-Identität besitzt.. auch wenn ich beide nicht gebraucht hätte, erweitern sie mein Leben.. das klingt komisch.. ist aber so..
habe ein "Innenkind" in mir, das ca. 6-8 Jahre alt ist.. und eine die ist 15.. sind nicht immer aktiv.. aber wenn, dann wirds lustig.. ach und mein normales, aktives .. das erwachsene Ich..
Es ist kompliziert..

lg Sue